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Presseberichte

Presseberichte des laufenden Schuljahres

 

 

Bremer Tageszeitungen, Ausgabe: Die Norddeutsche WEM, Seite: 6 vom 19.01.2012

Das Thema: Liebe und Sexualität

Polizei und Awo organisieren Projekttag für Gymnasiasten / Rege Diskussionen und Tipps zum Anbaggern

Von Barbara Wenke

Freundschaft - mit den Jahren wandelt sich ihre Bedeutung vom kindlichen Spielkameraden zum festen Partner. Begriffe wie Liebe und Sexualität gewinnen in der Jugend an Bedeutung. Das Gymnasium Lemwerder geht das Thema in diesem Schuljahr erstmals mit einem Projekttag an. Gestern füllte die Klasse 8a die Begriffe mit Leben, heute sind die Mädchen und Jungen der 8b an der Reihe.

120119wkFreundschaftLiebeSexualitaetLemwerder. Ein Mädchen auf dem Weg durch die Stadt. Von überall her hallen ihm Satzfetzen nach. "Hey." "Geiler Hintern." Pfiffe. Das Mädchen eilt weiter. Szenenwechsel. Eine Jugendliche sitzt im Treppenhaus, abseits einer Party oder Diskotanzfläche. Ein Junge setzt sich ungefragt dazu, nimmt es in den Arm, drückt es an sich. Das Mädchen schubst ihn weg, steht auf, geht zur Toilette. Der Junge folgt, drängt dem Mädchen durch die Tür nach. Glücklicherweise kommt die Freundin der Bedrängten. Der Junge verlässt den Raum.
In der Runde der 28 Lemwerderaner Achtklässler, die sich gerade diese und weitere Szenen von belästigten Mädchen angehört und auf einer Leinwand angeschaut haben, herrscht einen Augenblick lang Stille. Dann teilen sie sich in zwei Gruppen. Die Jungen gehen mit Lehrer Oliver Meyer und Polizist Jürgen Zimmer ein Stockwerk höher. Die Mädchen der Klasse 8a verbleiben mit Lehrerin Astrid Lehmann und Awo-Beraterin Susanne Blümer im Saal der katholischen Kirche.
Zweieinhalb Stunden lang haben sie sich an diesem Tag bereits gefragt, was sexuelle Gewalt ist. Das Gymnasium hat für sie eigens einen Projekttag unter dem Namen "Freundschaft - Liebe und Sexualität" auf die Beine gestellt. Geleitet werden die Diskussionen von Susanne Blümer von der Familienberatungsstelle der Awo in Brake sowie von Jürgen Zimmer, der bei der Braker Polizei zuständig ist für Präventionsarbeit.
"Zuerst ist es ja noch lustig" Die Mädchen steigen sofort in eine lebhafte Diskussion ein. Das Problem, sagt eine Schülerin, sei, dass man von vielen Situationen überrumpelt werde. "Im Nachhinein fallen einem immer gute Sprüche ein. Aber in der Situation ist man so geschockt." Das Hinterherrufen haben fast alle Achtklässlerinnen schon am eigenen Leib erfahren. Zuerst könne es sogar noch ganz lustig sein, räumt ein Mädchen ein. "Aber die Jungs wissen nicht, wann Schluss ist. Irgendwann wird's dämlich." Sprüche wie "Ich hab' meine Handynummer vergessen, krieg ich Deine" oder "Deine Augen passen zu meiner Bettwäsche" sprächen kein Mädchen an. Das war der Hinweis für Susanne Blümer. "Gibt es auch eine gute Form von Anmache?", will sie von den Mädchen wissen. Dann stellte die Gruppe "Tipps zum Anbaggern" zusammen. Originell und persönlich sollte die Ansprache sein, war sich das weibliche Geschlecht gestern Morgen einig. Bei der Kontaktaufnahme sollten die Jungs einen Mindestabstand von einer Armlänge einhalten. Jeder Zentimeter näher fühle sich wie ein Bedrängen an. Zitate aus Werbung oder Filmen zählen nicht zu den originellen Einfällen.
Ganz so unbefangen wie ihre weiblichen Altersgenossen gingen die Jungen gestern nicht mit dem Thema um. Jürgen Zimmer übernahm immer wieder die Gesprächsführung, fasste die in den Raum geworfenen Satzfetzen zu formulierten Ideen zusammen. Warum sich Jungen so verhalten, wie von den Referenten im Film vorgeführt, war ihnen aber schnell klar. Stichwörter wie "cool sein in der Clique" oder "Aufmerksamkeit erregen" machten die Runde.
Doch im Gespräch wurde auch deutlich: Die Haltung gilt nicht für alle Jungen. Einige, die einem gewissen Gruppenzwang ausgesetzt sind, fühlen sich auch mies. Und andere, die zu ihrer Freundschaft zu einem bedrängten Mädchen stehen und vielleicht sogar mit ihm zusammen den Ort des Geschehens verlassen, fühlen sich anschließend gar ein wenig stolz.
Wo beginnen sexuelle Übergriffe? Susanne Blümer und Jürgen Zimmer hatten den Jugendlichen zu Beginn des Projekttages einige Szenen beschrieben. Die Meinungen darüber gingen auseinander. Was sexuelle Übergriffe sind, hängt von der Sichtweise des Opfers ab, war das Fazit der Gruppe. Was manch eine oder einer noch akzeptiere, könnte für den nächsten bereits eine völlig inakzeptable Grenzverletzung sein.
Begonnen hatte der Projekttag mit einigen Rollenspielen und Tipps der Referenten, zum richtigen Verhalten in Notsituationen. Wichtig seien die drei "L"s, betonten Jürgen Zimmer: Licht, Lärm, Leute. Wann immer möglich, sollten bedrängte Personen versuchen, auf sich aufmerksam zu machen. Werde man ungebeten angefasst, sei es besser zu sagen, "Nehmen sie ihre Hand von meinem Knie" als "Lassen sie das". Im zweiten Fall wisse kein Passant, was gemeint ist. In einem annähernd leeren Bus, sei der beste Platz nah beim Fahrer und immer am Gang, denn dort könne man nicht eingedrängt werden.
Würden sie beispielsweise auf einer einsamen Straße von einem langsam fahrenden Auto verfolgt, könnten die Jugendlichen per Handy die Polizei informieren, das Kennzeichen durchgeben und um Hilfe bitten. "Ganz ehrlich?" Ungläubiges Staunen bei einem Mädchen. "Ich glaube nicht, dass ein Polizist das Kennzeichen überprüft." Zimmer räumte ein, dass es auch bei der Polizei schwarze Schafe geben mag, doch er ist überzeugt, dass die Beamten helfen, wenn die Anruferin glaubhaft versichert, Angst zu haben. "Ich finde es gut, dass der Tag heute nicht auf Sexualkunde basierte, sondern auf der sozialen Ebene", sagte eine Teilnehmerin, der der Vormittag sichtbar gefallen hat.

 

NWZ, 07. Juli 2011

Spannende Jahre am neuen Gymnasium
Abschluss: Seit Gründung 2005 bis zum Abschluss dabei –
Lob vom Landrat

Auch die Schulleiter Marianne Weigel und Thomas Reinsch gratulierten dem Jahrgang.

gbo

110707nwzEntlassungLemwerder - Für die drei zehnten Klassen des Gymnasiums endete die Schulzeit in Lemwerder mit einer feierlichen Zeugnisübergabe in der Aula. Es ist der erste Jahrgang, der die Schule komplett von der fünften bis zur zehnten Klasse durchlaufen hat.
Landrat Michael Höbrink, Bürgermeister Hans- Joachim Beckmann und Elternsprecherin Marion Gerdes ließen es sich nicht nehmen, den Schülern für ihren neuen Lebensabschnitt alles Gute zu wünschen. In einem Rückblick erinnerten sie nochmals an die vielen Geschehnisse, die die Schüler an dem 2005 ganz neu gegründeten Gymnasium durchlebten „… und die alle hervorragend gemeistert hatten“, wie die Schulleiterin Marianne Weigel betonte.
Zu einer sehr unschönen Erinnerung gehört gewiss die Schließung des Gebäudes wegen Asbest rund sieben Monate nach der Eröffnung. Nach inzwischen sechs Jahren ist von den Anfangsschwierigkeiten aber nichts mehr zu merken. Am Gebäude hat sich durch Sanierung und Anbau viel verändert und der Schulbetrieb läuft in ruhigen Bahnen.
2005 begrüßte Marianne Weigel ihre damaligen Schüler mit: „Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt.“ Die Reise wollte sie bis zur Beendigung der zehnten Klasse mit den Schülern gemeinsam gehen und packte symbolisch eine Reisetasche. Landkarte, Flöte, Uhr oder Wörterbuch gehörten zu den Dingen, die Fächer wie Erdkunde, Musik, Geschichte oder Sprachen darstellen sollten. Aber auch die beiden Schulsprecher, Jan Eisenhauer und Kim Kläner, hatten eine Tasche gepackt: für die Lehrerschaft. Dinge wie Kaffee zum Munterbleiben, Muskelcreme für die Sportlehrer, Traubenzucker gegen fehlende Energie oder Entspannungsbäder befanden sich darin.
Danach wurden sämtlichen Schülern von ihren Klassenlehrern auf der Bühne ihre Abschlusszeugnisse überreicht. Die Lehrer der 10b hatten sich etwas Besonderes einfallen lassen und riefen ihre Schüler nicht namentlich auf, sondern beschrieben nur ihre speziellen Eigenarten. Sehr treffend, denn alle erkannten sich sofort wieder – oft bevor die Lehrer zu Ende gesprochen hatten.

 

NWZ, 21. Juni 2011

Wo Kinder nicht als Kinder leben können
Hilfsprojekt Klasse 8 a des Lemwerderaner Gymnasiums
engagiert sich für Misereor

Johannes Schaaf referierte über das Kinderhilfsprojekt Misereor vor der Klasse 8a.

gbo

110702nwzMisereorLemwerder - Im Religionsunterricht des Gymnasiums Lemwerder stellte Lehrerin Stephanie Schoe vor zwei Jahren ihren Schülern die Aufgabe, herauszufinden welche Kinderhilfsprojekte es gibt. Ein Thema, für das sich besonders Dario Scholz und Klaus-Wilhelm Nettmann sehr interessierten. Sie stießen im Internet auf das Hilfswerk Misereor und stellten es ihren Klassenkameraden vor. Beim nächsten „Tag der offenen Tür“ wollten die Kinder durch den Verkauf von Milchshakes und Kuchen Geld sammeln, um die Kinder in Brasilien über die Hilfsorganisation damit zu unterstützen.
Inzwischen haben die Schüler persönlichen Kontakt zu Misereor aufgenommen. Damit auch alle Schulkameraden wissen, worum es dabei geht, war Johannes Schaaf als Vertreter der Organisation extra aus Aachen angereist und berichtete zwei Stunden über Slums und Armut in den Großstädten Brasiliens. „Alkohol, Drogen und nicht zuletzt die räumliche Enge in den winzigen Baracken treiben die Kinder häufig aus dem Elternhaus und lassen sie zu Straßenkindern werden“, berichtete Johannes Schaaf und machte gleichzeitig klar, dass das Konsumverhalten bei uns viel dazu beiträgt. Riesige Flächen werden von Großgrundbesitzern mit Zuckerrohr bepflanzt, um den steigenden Bedarf an Biotreibstoff zu decken.
„Die Aktion der 8a soll nun zum Dauerschulprojekt werden“, erklärte die Religionslehrerin. „Aber erst muss es von der Gesamtschulkonferenz genehmigt werden.“ Danach wollen alle nach Ideen suchen, um die Hilfsaktion auszuweiten.

 

Bremer Tageszeitungen, Ausgabe: Die Norddeutsche, vom 22.06.2011

Gymnasium zum Kennenlernen und Ausprobieren

Von Christian Kosak

110622wkTdoTLemwerder. Unter dem Motto "kurze Wege für kurze Beine" gab es am Sonnabend einen Tag der offenen Tür im Gymnasium Lemwerder. Sei 2005 existiert dieses Gymnasium. Für die Grundschüler aus der näheren Umgebung ist dieser Tag als Gelegenheit zum Ausprobieren und Kennenlernen gedacht. Wer wollte, konnte am Physikunterricht teilnehmen. Das Thema war "Optik". Mit Spiegel, Geodreieck und einer kleinen Figur wurde gemessen, gerechnet, und auf einem Arbeitsbogen wurden im besten Falle die richtigen Antworten notiert. "Wir sind praktisch eine Ganztagsschule", erzählt Schulleiterin Marianne Weigel. Zwar fehle uns der entsprechende Status, aber die Unterrichtsformen bis zur zehnten Klasse seien wie bei einer Ganztagsschule angelegt.
Auch viele Eltern nutzten die Möglichkeit, um sich rundum zu informieren, denn die ersten Schulempfehlungen der Grundschule sind schon da. Ab der fünften Klasse geht es dann auch gleich mit einer weiteren Fremdsprache los, ob es dann Französisch oder doch Latein sein soll, konnte während diesem Tag auch schon mal beschnuppert werden. Bei Erdbeershakes und Waffeln konnten die ersten Eindrücke verarbeitet werden. Weitere Informationen zum Förderverein der Schule und zu Schulausflügen gab es im Rahmen ausgestellten Materials oder einer Diaschau. Im nächsten Jahr wird es zwei fünfte Klassen geben. Anmeldungen für den fünften Jahrgang sind am Montag, 27. Juni, von 14 Uhr bis 18 Uhr und am Dienstag 28. Juni, von 8 Uhr bis 12 Uhr jeweils im Sekretariat der Schule abzugeben. Mitzubringen sind des Weiteren die Schulempfehlung, die beiden letzten Zeugnisse als Kopie und die Geburtsurkunde zur Einsicht.

 

NWZ, 21. Juni 2011

Milchshake und Muffins versüßen den Schnuppertag
Tag der offenen Tür am Gymnasium soll künftige
Schülerinnen und Schüler neugierig machen

110622nwzTdoTLemwerder - Um den künftigen Fünftklässlern schon einmal einen kleinen Einblick in das Schulleben zu geben, hat das Gymnasium Lemwerder jetzt einen Tag der offenen Tür angeboten. Ein buntes Programm mit viel Wissenswertem, Unterhaltung und auch Gaumenfreuden gehörte dazu.
„Dieser Tag soll dazu dienen, Vorfreude zu entwickeln, eventuelle Ängste ab- und positive Spannung auf die folgende Zeit aufzubauen“, erklärte der stellvertretende Schulleiter Thomas Reinsch. Damit die Wahl der zweiten Fremdsprache leichter wird, gab es am Morgen Schnupperstunden in Französisch und Latein. Auch an einer Physikstunde konnten die Grundschüler schon einmal teilnehmen.
Danach veranstalteten Schüler Führungen durch das Gebäude. Es gab Einblicke in die Mathewerkstatt mit einem Quizz. Besonders die geometrischen Formen zum Zusammenstecken hatten es Julia und ihrem Vater angetan. Sie gehört zu den zukünftigen Schülerinnen des Gymnasiums. Andere bevorzugten dagegen den Naturwissenschaftsraum. Dort gab es viel über Insekten zu erforschen. Englischlehrer Oliver Meyer stellte mit Hadija und Laura die selbstgestaltete, englische Zeitung der 7a mit allerlei Mode- und Promminews vor.
Später konnten sich Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern in der Pausenhalle zwischen Infotafeln und Schachtelmonstern aus dem Kunstunterricht mit Waffeln, Muffins, Milchshakes oder am Büfett des Fördervereins stärken.

 

NWZ vom 21. Mai 2011

Rocken auch mit der Querflöte
Musik Schülerband des Gymnasiums probt alle zwei Wochen gemeinsam

Die fünf Schüler träumen von einem Auftritt in der Begu Lemwerder.
Ihre Stücke wählen sie gemeinsam aus.

von Tim Gelewski

110521nwzSchulbandLemwerder - Man könnte meinen, die Querflöte sei nun nicht eben das klassische Rock’n’Roll-Instrument und hätte in einer waschechten Band nichts verloren. Catharina Bunke widerspricht dieser Vermutung vehement: „Das ist überhaupt kein Problem und funktioniert gut. Ich spiele meistens während des Refrains. Nur eben nicht so dominant wie etwa das Keyboard.“ Die 13-Jährige ist das jüngste Mitglied der aktuellen Schülerband des Gymnasiums Lemwerder.
Die Gruppe besteht aus fünf Mitgliedern. Neben Catharina Bunke zählen Torge Fassmer (15, Keyboards), Mirko Lekat (17, Schlagzeug), Tomas Quezada (14, Gitarre) und Carolin Janßen (14, Gesang) zur Band.
Geprobt wird alle zwei Wochen in der Aula. Oder, wenn eine Veranstaltung ansteht, wie der Kulturabend in dieser Woche, im Spiegelsaal der Ernst-Rodiek-Halle.
„Das ist natürlich schon ein kleines Problem“, erzählt Sängerin Carolin. „Wir dürfen nicht einfach so an die Instrumente, nur im Rahmen der AG.“
In ihrem musikalischen Eifer bremst die Fünf dies aber nicht. „Alle haben noch Instrumentalunterricht neben der Schule“, erzählt Kirsten Biermann, die die AG betreut.
„Und es ist toll, was die Fünf aus der wenigen Zeit machen. Zwei Stunden reichen aus, um ein neues Lied einzustudieren“, lobt die Musiklehrerin.
So muss es bei den Proben der Band manchmal schnell gehen. Gitarrist Tomas spielt sich mit einem Song der White Stripes warm und wartet auf seinen Einsatz. Währenddessen herrscht auf dem Rest der Bühne reges Treiben bis es dann schließlich los gehen kann mit der Bandprobe. Auch ein paar Mitschüler sind zum Zuschauen gekommen.
Geprobt werden Cover-Songs von den Beatles, Lenny Kravitz oder Lenka. „Jeder von uns kann Lieder vorschlagen, dann wird abgestimmt. Wenn wir uns einig sind, proben wir die Stücke“, erklärt Carolin.
Dabei können sich auch schon mal ungewöhnliche Vorschläge durchsetzen. Carolin: „Unser Drummer hat einen recht ausgefallenen Musikgeschmack.“
In der Zukunft wollen die fünf Bandmitglieder einfach weiter Spaß an der Musik haben und weitere Stücke einstudieren. Einen kleinen Wunschtraum äußern die beiden Mädchen der Band zum Schluss noch: „Irgendwann mal in der Begu zu spielen – das wäre schon toll.“

 

 

Bremer Tageszeitungen, Ausgabe: Die Norddeutsche, Seite: 6 vom 20.05.2011

Schiller, "Grimmskrams" und Rockmusik
Kulturabend des Gymnasium Lemwerder illustrierte die kulturelle Vielfalt der Schule

Von Christian Pfeiff

110520wkKulturabendLemwerder. Neben Hochbegabtenförderung und naturwissenschaftlichen Thementagen finden auch Muse und Kultur einen festen Platz im Curriculum des Gymnasiums Lemwerder. Dies stellten Schüler und Lehrer am Mittwoch im Rahmen des fünften Kulturabends des Gymnasiums im Spiegelsaal der Ernst-Rodiek-Halle erneut unter Beweis.
Ebenso wie dieser Abend ist auch der Schüleraustausch mit dem Gymnasium St. Médard-de-Guiziéres bei Bordeaux im Jahreskalender der Schule mittlerweile scheinbar fest institutionalisiert. Da verwundert es wenig, dass beide Ereignisse terminlich verquickt werden. Neben Schüler-, Lehrer- und Elternschaft der Schule sorgten also auch die 19 Gäste aus Frankreich dafür, dass der Spiegelsaal einmal mehr bis auf den letzten Platz gefüllt war.
Dementsprechend blieb neben englischsprachigen Songs und deutscher Literatur auch diesmal der französischen Sprache genügend Raum im Programm des Kulturabends, für dessen Zusammenstellung Mathe- und Musiklehrerin Kirstin Dybicki verantwortlich zeichnete. Die Bühne blieb allerdings fest in Händen der Schülerschaft: Für die Moderation des Abends zeichneten die Siebtklässler Malena Kräuter und Arian Schill verantwortlich. Allenfalls koordinierende Gesten am Bühnenrand ließen erahnen, welcher Pädagoge welchen Beitrag betreute.
Selbst verfasste Lieder Doch nicht nur Unterrichtsinhalte, auch schülerinitiierte Projekte wie das Rocktrio "Cold Calling" fanden ihren Weg auf die Bühne. Neben einer Instrumentalfassung von Metallicas "Enter Sandman" präsentierte das ohne Bass agierende Zehntklässlertrio ein selbst verfasstes französisches Liebeslied.
Der von Schülern der siebten Klassen dargebrachte Sketch "Franz en France" harmonisierte ebenso mit dem Sprachgebrauch der Austauschgäste wie die Anti-Drogen-Kampagne, die Schüler der neunten Klassen mittels T-Shirts, Flyern und Videoclips nach der Lektüre von Tierry Lenains "Un pacte avec le diable" selbst initiierten und in französischer Sprache präsentierten.
Den sechsten Klassen hatte es offensichtlich einmal mehr Louis Sachars Roman "Löcher - Die Geheimnisse von Green Lake" angetan, der sowohl als Pate für selbst getextete Schaufel- und Löchergräbersongs als auch für zahlreiche Spielszenen diente. Die fünften Klassen widmeten sich derweil deutschen Literaturklassiker: Während die Gruppe "Darstellendes Spiel" Schillers "Bürgschaft" recht unorthodox mittels inszenatorischem Einfallsreichtum und bloßer Rezitation der Dialogverse in Szene setzte, widmete sich die 5b parodistisch dem Schaffen der Grimm'schen Märchenschreiber und gestaltete aus zahlreichen dezent verfremdeten Märcheninhalten ein Sammelsurium an "Grimmskrams". Akustisch umrahmt wurde das Bühnenprogramm schließlich von Beiträgen der Schulband und der Songgruppe.
So unterschiedlicher Natur und bisweilen auch Qualität die Darbietungen auch waren, blieb ihnen allen ein sichtbarer Spaßfaktor gemein, der sich schnell auf die Zuschauerschaft übertrug.
Auch der erhöhte tontechnische Aufwand schlug zwar nicht in vollendeter akustischer Perfektion, jedoch zumindest in erheblichen Verständnisverbesserungen für die hinteren Publikumsreihen zu Buche. Dieser könnte in den Folgejahren noch weiter erhöht werden: Der Erlös des vom Förderverein des Gymnasiums initiierte Speisen- und Getränkeverkaufs kam der AG "Darstellendes Spiel" zugute, welche die Anschaffung von Headsets beabsichtigt.
Einziges Manko des Abends war die mit fast drei Stunden etwas zu exorbitante Dauer, die mit fortschreitender Spielzeit manch ein Aufmerksamkeitsdefizit in den Auditoriumsreihen zur Folge hatte.
Eine Straffung der Beiträge und des Gesamtprogramms würde sich auf künftige Veranstaltung sicherlich nicht nachteilig auswirken.

 

Nordwestzeitung  vom 20.05.2011

„Grimmskrams“ bringt Stimmung in die Halle
Spiegelsaal der Ernst-Rodick-Halle voll besetzt – Vielfältiges Programm

110520nwzKulturabendMit „Grimmskrams“ sorgten die Schüler der Klasse 5b beim Publikum mit Sketchen und witzigen Fragen für Gelächter. Auch die anderen Schüler des Gymnasiums Lemwerder überzeugten beim Kulturabend auf der Bühne. BILD: Gabriele Bode

Lemwerder - Mit viel Spaß präsentierte das Gymnasium Lemwerder im voll besetzten Spiegelsaal der Ernst-Rodiek-Halle seinen Kulturabend mit einem vielfältigen Programm. „Zum bereits fünften Mal“, erklärte Schulleiterin Marianne Weigel den Gästen nicht ohne Stolz.

Klar, dass es im Saal eng wurde. Der Kulturabend bietet schließlich einen vielfältigen, unterhaltsamen Einblick in den Unterricht des Gymnasiums. Und das wollte sich niemand entgehen lassen. Auch Bürgermeister Hans Joachim Beckmann gehörte zu den Zuschauern. Projekte aus Unterricht und AGs wurden präsentiert.
Den Auftakt machte die Schülerband. Neben Catharina Bunke, Torge Fassmer, Carolin Janßen, Mirko Lekat und Thomas Quezada stand „Special Guest“ Miles Eckert auf der Bühne und begrüßte die Gäste mit „She said“ und „Let it be“.
Mit im Publikum waren auch einige französische Austauschschüler. Zwei Darbietungen in ihrer Landessprache boten der siebte und neunte Jahrgang dar.
Auch die Lateinschüler, die Teilnehmer der AG Darstellendes Spiel, die Songgruppe oder die Band der Zehntklässler überzeugten auf der Bühne. Moderiert wurde der Abend von Malena Kräuter und Arian Schill (Klasse 7a).
Etwas Besonderes hatte sich die 9b einfallen lassen. Im Deutschunterricht steht momentan Dürrenmatts Roman „Der Richter und sein Henker“ im Lehrplan. Mit einem kleinen Quiz illustriert per Beamer geleiteten die Schüler das Publikum auf eine Reise durch den Roman. Aus den richtig beantworteten Teilnahmezetteln soll später ein Gewinner ermittelt werden.
Die 5b hatte sich mit Grimms Märchen beschäftigt. „Grimskrams“ lautete der Titel ihrer Aufführung. Mit Fragen an Eltern, Lehrer, aber auch mit Sketchen sorgten die Kinder für Gelächter.
Als Unterstützer des Abends lobte Schulleiterin Weigel den Schul-Förderverein. Der verköstigte die Besucher des Abends. „Die Einnahmen sollen der AG Darstellendes Spiel zufließen“, erklärte Vorstandsmitglied Bianka Ludwig.
 

 

Bremer Tageszeitungen, Ausgabe: Die Norddeutsche, Seite: 6 vom 12.05.2011

Lern-Elite in Lemwerder

Gymnasium fördert Schülerinnen und Schüler mit besonderen Stärken /
Einladung zur Begabten-Akademie

Von Georg Jauken

Lemwerder. Als Kai Ammermann und Jan Eisenhauer jüngst beim Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung einen Preis gewannen, war das kein Zufall. Dass einer ihrer Mitschüler eine Klasse übersprungen hat, war es ebenso wenig. Das Gymnasium Lemwerder hat es sich zur Aufgabe gemacht, besondere Begabungen zu erkennen und gezielt zu fördern. Seit dem Schuljahr 2008/09 werden dort die unterschiedlichen Formen der Begabtenförderung erprobt. Der Schwerpunkt liegt auf der schulinternen und jahrgangsübergreifenden Förderung nach dem so genannten Drehtür-Modell, bei dem der Schüler zwischen dem normalen Unterricht und dem individuellen wechseln kann. Einmal pro Woche treffen sich Schülerinnen und Schüler, die in mindestens einem Fach, manchmal in mehreren schneller und intensiver lernen als ihre Lerngruppe und die deshalb nicht immer genügend gefordert sind. In dieser "AG Begabtenförderung" erhalten sie die Möglichkeit, allein oder in einer Gruppe mit anderen begabten Schülern ein selbst ausgewähltes Projekt während der Unterrichtszeit zu bearbeiten.
Kai Ammermann und Jan Eisenhauer unternahmen umfassende Recherchen zur Geschichte der Wehrpflicht und ihrer Aussetzung, analysierten die einschlägigen Gesetze und sprachen mit Experten. Die Ergebnisse flossen in einer bebilderten Dokumentation zusammen, die sie unter dem Titel "Politik Brandaktuell - Unwanted Wehrpflicht?" bei der Bundeszentrale für politische Bildung einreichten und mit der sie die Jury überzeugen konnten. Ihre Arbeit gehörte zu den nur 425 von etlichen tausend Wettbewerbsbeiträgen, die von der Jury als preiswürdig erachtet wurden.
Es ist nicht der einzige Beitrag für externe Wettbewerbe, der aus der AG Begabtenförderung am Gymnasium Lemwerder hervorgegangen ist. In der Summe, sagt Schulleiterin Marianne Weigel, seien die Reaktionen auf die eingereichten Beiträge sehr positiv. Die Qualität könne sich sehen lassen. Die Erfolge der Schüler sorgten für weitere Motivation.
Insgesamt 17 Schülerinnen und Schüler, die besonders intelligent, kreativ oder leistungsfähig sind, gehören dem Projekt an. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Notendurchschnitt von mehr als 2,0. Womit die Jungen und Mädchen sich in der von vier Lehrern betreuten AG beschäftigen, könnte unterschiedlicher kaum sein. Eine Gruppe Neuntklässler dachte sich einen Mathematik-Wettbewerb für die Jahrgänge fünf und sechs aus. Ein Schüler drehte einen Spot zum Thema Aids und präsentierte ihn der Schulöffentlichkeit zur Bewertung. Eine weitere Gruppe entwarf ein Brettspiel mit dem Titel "Bio find ich kuh-l" und reichte ihn bei dem gleichnamigen Wettbewerb ein. Die ganze AG Begabtenförderung bereitete den Thementag Energie und Umwelt am vergangenen Freitag vor. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen, schließlich gibt es auch noch die junge Begabung aus Klasse 8, die sich mit dem deutschen Imperialismus im 19. Jahrhundert beschäftigt, und das junge Talent, das eine Einladung zur Begabten-Akademie in der Malschule Emden erhielt.
Nur wenige steigen wieder aus Was alle diese Schüler trotz der unterschiedlichen Interessen verbindet, formuliert Schulleiterin Weigel so: "Sie haben eine große Stärke." Um sie zu fördern, werden den Schülern erhöhte Anforderungen gestellt. Den Stoff aus den verpassten Unterrichtsstunden muss jeder selbstständig nachholen. Das funktioniere gut, lautet die Erfahrung der Schulleiterin. "Das sind Kinder, die das schaffen." Einen Schüler wieder aus der AG Begabtenförderung abziehen, weil er den regulären Unterrichtsstoff nicht geschafft hätte, musste die Schule darum auch bislang nicht. Kleiner werde die Gruppe nur dadurch, erklärt Marianne Weigel, dass der zehnte Jahrgang die Schule irgendwann verlasse. Nur einzelne Schüler seien freiwillig wieder aus der AG ausgeschieden. Einer wollte den parallelen Sportunterricht nicht versäumen, ein anderer sich ganz auf den regulären Unterrichtsstoff konzentrieren. Das war übrigens der Schüler, der bereits einmal eine Klasse übersprungen hatte. "Der ist jetzt so weit, der könnte schon wieder eine überspringen", ist die Schulleiterin überzeugt.
Nicht nur deshalb hält Marianne Weigel die Förderung der Begabten für genauso wichtig wie die Unterstützung der schwächeren Schüler. Weil das Gymnasium mit seinen 326 Schülern und 24 Lehrern vergleichsweise klein sei, gelinge es sehr gut, die Begabungen zu erkennen. In den Zeugniskonferenzen oder speziellen Konferenzen, in denen es um die individuelle Förderung der Schüler gehe, sei immer wieder Thema, wer für die Begabtenförderung in Frage komme. Beeindrucke ein Schüler seinen Lehrer zwischendurch zum Beispiel mit einem besonders gelungenen Referat, sei das im Kollegium sowieso ein Thema. "Da funktioniert der Austausch wirklich gut."
 

 

Bremer Tageszeitungen: Die Norddeutsche, Seite 10, vom 07.05.2011

Umweltschutz steht im Fokus
Erster Thementag des Gymnasiums Lemwerder widmet sich zahlreichen Aspekten zum Thema Energie

Von Christian Pfeiff

110507wkEnergietagLemwerder. "Muss das Wasser in der Dusche laufen, während ich mich einseife?" "Muss der Fernseher laufen, wenn ich einschlafe?" Diese und viele ähnliche Fragen prangten auf ringsum die Aula des Gymnasium Lemwerder angebrachten Zetteln.
Im Rahmen des ersten Energie- und Umwelttags des Gymnasiums behandelten Schüler und Lehrer den umfassenden Themenkomplex aus unterschiedlichen Perspektiven (DIE NORDDEUTSCHE berichtete).
Neben zahlreichen Vorträgen und Schautafeln zu Themen wie Klimawandel, Kernkraft und regenerative Energien in den eigenen vier Wänden gab es für Schüler, Lehrer und Eltern in den Klassen- und Fachräumen auch zahlreiche Mitmachangebote: Im Kunstraum entstanden Skulpturen aus alltäglichem Hausmüll, während die Besucher im Klassenraum der 6b anhand einer großen Plane erfolgenden Simulation den Treibhauseffekt selbst erleben konnten.
Zudem berechneten Schüler der 10. Klassen den Mittelwert der eigenen jährlichen CO2-Produktion wissbegieriger Besucher. "Ich habe noch gar nicht alles gesehen", lautet dementsprechend die wohl am häufigsten Aussage von Schülern, Lehrern und Besuchern auf dem Weg zu einem weiteren Themenraum. Schulleiterin Marianne Weigel zeigt sich hochzufrieden mit dem aus der Initiative des Lehrerkollegiums Thementag.
"Primär geht es natürlich um eine Bewusstseinsschaffung zu den behandelten Themen", erklärt Weigel.
Dass sich einmal angenommene Gewohnheiten nur schwerlich ändern lassen, weiß die Schulleiterin allerdings nur zu gut und verweist diesbezüglich auf einen Passus aus dem Leitbild der Schule.
"Bei unserem täglichen Tun und Handeln sind wir uns der Endlichkeit der natürlichen Ressourcen auf unserer Erde bewusst und gehen entsprechend verantwortungsvoll mit ihnen um", steht dort auf ausdrückliches Verlangen von Vertretern der Schülerschaft geschrieben. "Unsere Emissionsmesswerte haben indes gezeigt, dass wir diesen Passus offenbar doch nicht immer zur Gänze beherzigen", gesteht Weigel.

 

 

Nordwestzeitung  vom 07.05.2011

Bewusstsein spielerisch wecken
Umweltschutz- und Energieprojekttag – 331 Schüler beteiligen sich

Die Kinder lernen, wie man sparsam mit den vorhandenen Ressourcen umgeht. An 18 Stationen gab es auch für die Eltern viel Spannendes zu entdecken.

von Tim Gelewski

Lemwerder - Welche Alternativen zur Kernenergie gibt es eigentlich? Viele, wenn man sich in den Klassenräumen des Gymnasiums Lemwerder umschaut. Dort fand jetzt nämlich ein Umweltschutz- und Energieprojekttag statt, bei dem solche und andere Fragen beantwortet wurden.
Im Naturwissenschaftsraum und der Terrasse davor haben die Schüler eine Reihe von anschaulichen Projekten zur Energiegewinnung erarbeitet. „Sechs Stunden haben wir gebraucht, bis die Solarzellen fertig auf den Schiffen montiert waren“, sagt der 13-jährige Alexander Wiechmann nicht ohne Stolz.
In einem Planschbecken lassen er und seine Mitschüler die solarbetriebenen Schiffchen aus Styropor über das Wasser gleiten. Im Hintergrund hört man Musik spielen und die kommt – natürlich – aus einem Radio, dass mit Solarzellen betrieben wird. Und falls die Sonne dann doch mal ausbleiben sollte, kann man sich im Klassenraum erklären lassen, wie etwa Windkraft in Energie umgewandelt wird.
„Das ist für die Schüler schon toll. Da es den klassischen Werken-Unterricht nicht mehr gibt, haben sie hier die Möglichkeit, ausgiebig zu basteln und Sachen auszuprobieren“, findet Physiklehrer Heiko Gawronski.
Insgesamt 18 Projekte haben die 331 Schüler erarbeitet. „Vieles wurde von den siebten und achten Klassen in Zusammenarbeit mit dem EWE-Infomobil, das seit einigen Tagen an der Schule gastiert, erarbeitet. Wir wollten aber auch die anderen Schüler beteiligen und haben sie im Unterricht Projekte erarbeiten lassen“, erklärt Schulleiterin Marianne Weigel.
In einem anderen Raum werden Umweltspiele gespielt und selbst gemalte Schilder präsentiert, die vor unnötiger Wasser- oder Energieverschwendung warnen. Mariella Mandorino (11) hat ein Umweltmemory in deutscher und englischer Sprache miterarbeitet. „Das ist spannend und man lernt neue Begriffe“.
Reges Gedränge herrscht im Pausenraum. Dort gibt es leckere Erdbeer-Shakes. „Für 10 000 Erdbeerjoghurts werden 3,7 Tonnen CO ausgestoßen“, erklärt Dennis Gnauk-Baumann (15). Daher solle man besser auf lokale Produkte zurückgreifen.
Vorträge von Schülern zur Kernenergienutzung, eine Werkstatt in der aus Müll Kunst, unter anderem ein riesiges „Müllmonster“ entstehen und weitere Projekte, runden das Angebot ab.
„Ich finde gut, dass bei den Kindern heute ja schon in der Grundschule ein Umweltbewusstsein geweckt wird“, meint die Mutter eines der Kinder, Annegret Blankemeyer. „Und dies hier ist eine Fortsetzung dessen auf höherem Niveau.“

 

 

Bremer Tageszeitungen: Die Norddeutsche, Seite 8,  vom 06.05.2011

Solarbuggys, Biomilch und Brettspiele

Projekt des Gymnasiums Lemwerder beleuchtet den Themenkomplex Energie aus unterschiedlichen Perspektiven

Von Christian Pfeiff

110506wkEnergiemobilLemwerder. Drei Tage lang haben sich Siebt- und Achtklässler des Gymnasiums Lemwerder mit dem Thema Energie und Umwelt beschäftigt, Stromgeneratoren mit der Kraft der eigenen Muskeln angetrieben, Solarbuggys und Windmessgeräte gebaut. Heute werden die Ergebnisse Mitschülern, Lehrern und Eltern präsentiert. "Es handelt sich hierbei nicht um eine klassische Projektwoche", relativiert Arne Warnken. Der Fachpädagoge für Geschichte, Politik und Sport zählt gemeinsam mit seinen Kollegen Beate Meents, Anna Zoske und Mark Janssen zu den maßgeblichen Initiatoren der interdisziplinären Themenwoche. Deren Ursprünge reichen weit zurück: Die Idee eines Projekts zum Thema Energie entstand bereits im Zuge der ersten Wertemessungen nach der erfolgten Sanierung des Schulgebäudes. Anhand von Messdaten, die im Laufe von zwei Jahren erhobenen wurden, erfolgte die Überlegung, wie man im Schulalltag noch weiter Energie einsparen könnte, berichtete Warnken gestern.
Die Frage nach der Energieeinsparungsmöglichkeit wurde auch im schulinternen Begabtenförderungsforum thematisiert und recht schnell zu einem Gesamtschulthema erhoben: "Wir suchten nach einem Projektthema, das sowohl alle etwas angeht als auch aus verschiedensten Perspektiven betrachtet werden kann", gewährte Beate Meents Einblicke in den Schulalltag.
Unterstützung erhielten die Lehrkräfte von den Mitarbeitern der Energieversorgung Weser-Ems (EWE). Eine Woche lang machte das fahrende pädagogische Kleinlabor des Energieversorgers mitsamt seinen Mitarbeitern Karl-Heinz Raczek und Henning Lichtenstein vor dem Schulgebäude Station, um mit den siebten Klassen und vereinzelten Achtklässlern den Themenbereich regenerativer Energien mittels theoretischer und praktischer Einführungen zu behandeln. "Wir geben hier sozusagen den Einstieg in das Themengebiet. Im Anschluss sollen die angeschnittenen Themenbereiche im regulären Unterricht vertieft werden", erklärt Raczek das Konzept des Angebots. Seine Einführung verlief durchaus anschaulich: So erhielten die Schüler anhand muskelbetriebener Stromgeneratoren nicht nur praktische Erfahrungen in Sachen Energieumwandlung, sondern bewiesen beim Bau von kleinen Solarbuggys, handbetriebenen Taschenlampen, solarbetriebenen Modellbooten oder Windmessgeräten ihr handwerkliches Geschick. Galt es doch vor der Montage, die benötigten Bauteile aus Hartplastik selbst anzufertigen. "Neben naturwissenschaftlichen Kenntnissen erhalten die Schüler bei uns also auch handwerkliche Grundlagen in Sachen Sägen, Bohren und Fräsen", bekräftigte Raczek.

Dass der Einsatz des EWE-Busses vor allem den siebten Jahrgängen vorbehalten blieb, ist sowohl dem Physikcurriculum des siebten Jahrgangs als auch der begrenzten Aufnahmekapazität der fahrenden Einrichtung geschuldet. "Dennoch suchten wir nach einer Möglichkeit weitere Schüler an dieser Aktion partizipieren zu lassen", berichtete Warnken. Dies stellte letztlich die Initialzündung für eine interdisziplinäre Themenwoche dar, deren Ergebnisvielfalt aufgrund des weit gefassten Hauptthemas die initiierenden Lehrkräfte selbst überraschte. "Das Thema Energie sollte nicht nur aus naturwissenschaftlicher Sicht betrachtet werden, sondern ist durchaus auch ein Thema für Geisteswissenschaften wie Politik und Deutsch", befand Sprachpädagogin Anna Noske. Die von Lehrern und Schülern gemeinsam entwickelten Konzepte reichen noch viel weiter: So stellen zwei Schülerinnen heute ein von ihnen entwickeltes Brettspiel vor, das spielerisch die Gewinnung von Biomilch erklärt.
Schüler der Klasse 9b informieren in einem interaktiven Vortrag über Massentierhaltung. Ein Chemieversuchsaufbau lädt dazu ein, in kurzer Zeit den vieldiskutierten Treibhauseffekt selbst zu erleben. Risiken der Kernenergie werden unter Analyse der Unglücke aus Tschernobyl und Fukushima ebenso thematisiert wie Möglichkeiten zur Gewinnung regenerativer Energien. Die Kreativgeister der Schülerschaft greifen derweil das Thema Umweltverschmutzung anhand selbst gefertigter "Müllkunst" auf.
Die Teilnehmer des Projektes präsentieren ihre Ergebnisse heute von 9.40 bis 12.30 Uhr in der Pausenhalle sowie in diversen Fach- und Klassenräumen.

 

 

Bremer Tageszeitungen: Die Norddeutsche, Seite 10, vom 02.04.2011

Neuer Spielplatz des Gymnasiums Lemwerder eingeweiht

Von Christian Pfeiff

110402wkSpielplatzLemwerder. Lange mussten die Fünft- und Sechstklässler des Gymnasiums Lemwerder auf ihren eigenen Spielplatz warten. Ihre Geduld wurde jetzt belohnt: Am Mittwoch wurde der neue Spielplatz auf dem Schulgelände im Rahmen einer kleinen, feierlichen Zeremonie offiziell eingeweiht.
Seitdem erfreuen sich die Spielgeräte zu jeder Pause einer regen Frequentierung. Besonders hoch im Kurs steht bei den jungen Gymnasiasten die "Supernova", eine schräge Drehscheibe, deren Inbetriebnahme für manch ebenso harmlose wie fröhliche Karambolage auf dem Platz sorgt.
Dieses Gerät belegte im Vorfeld bereits den obersten Platz der von den Jahrgängen in Zusammenarbeit mit der Schülervertretung eruierten Prioritätenliste. Oblag die Auswahl der Spielgeräte doch der Schülerschaft selbst.
Auch hinsichtlich der Nutzungsfragen setzt Direktorin Marianne Weigel auf Eigenverantwortung ihrer Schüler: "Schließlich wurden die Geräte nicht für das Lehrerkollegium aufgestellt." Ist die Nutzung der Spielgeräte derzeitig ausschließlich den 5. und 6. Jahrgängen vorbehalten, überlegen diese aktuell gemeinsam mit der Schülervertretung, den Platz künftig auch den höheren Jahrgängen zur Verfügung zu stellen.
Neben den Spielgeräten blieb auf dem Spielplatz sogar noch Platz für die Neupflanzung eines kleinen Baumes. Im Laufe des Jahres sollen zudem Sitzbänke rund um die "Supernova" für etwaigen Unterricht im Freien folgen. "Somit ist unsere Schule nun auch endlich baulich vervollständigt", freut sich Marianne Weigel.

 

NWZ, 01. April 2011

Gymnasium Lemwerder
Spielplatz für die jüngeren Jahrgänge – Geräte von Kindern ausgesucht

von Friederike Kloth

Lemwerder - Der letzte Bauabschnitt am Gymnasium Lemwerder ist fertig – nun wurde der neue Spielplatz eingeweiht. Im Jahr 2005 war die Schule eröffnet worden.

110401nwzSpielplatzSchulleiterin Marianne Weigel lobte die Zusammenarbeit mit den Schülern bei der Planung des Spielplatzes für die jüngeren Jahrgänge. Die Schulsprecher Kim Christin Kläner und Jan Eisenhauser hatten gemeinsam mit ihren Mitschülern die Spielgeräte in einem Katalog ausgesucht. Besonders der „Supernova“ hat es den Kindern nun angetan. Um das Gerät herum sollen noch Bänke aufgestellt werden. „So haben wir ein Klassenzimmer im Freien“, sagte Marianne Weigel. Landrat Michael Höbrink betonte, die Entscheidung für das Gymnasium sei genau richtig gewesen. „Hier kann Lernen Spaß machen“, sagte er. Zum aktuellen Beschluss über die neue Oberschule bekräftigte er, dass man den Standort des Gymnasiums halten müsse. „Alle unsere Gymnasien müssen bestehen bleiben“, sagte er. „Egal, wo die Diskussion hingeht: eine Schließung darf uns nicht passieren.“ Björn Thümler, CDU-Fraktionsvorsitzender in Niedersachsen, lobte, dass auch die Inhalte am Gymnasium Lemwerder stimmen. „Die Lehrer machen tolle Arbeit, habe ich von den Eltern gehört“, verriet er.

 

NWZ, 03. März  2011

Politische Konkurrenten gewinnen gemeinsam

Wettbewerb: Kai Ammermann und Jan Eisenhauer bekommen Preis von der Bundeszentrale für politische Bildung

von Friederike Kloth

110303nwzWettbewerbLemwerder - Die Jury der Bundeszentrale für politische Bildung war beeindruckt: Das Schülerteam aus Kai Ammermann und Jan Eisenhauer (eigentlich als Vertreter der Jusos und der Jungen Union “Konkurrenten“) der Begabungsförderung am Gymnasium Lemwerder haben sich mit ihrem Beitrag zum Schülerwettbewerb nicht nur viel Arbeit gemacht. Ihr Thema „Politik Brandaktuell – Unwanted Wehrpflicht?“ hat sie intensiv beschäftigt. Diese Anstrengung wurde jetzt mit einem Preis belohnt.
Die Begabungsförderung findet außerhalb des normalen Unterrichts statt. Dort arbeiten die Schüler an verschiedenen fachbezogenen Projekten. „Die beiden haben toll mitgemacht – das Thema Wehrpflicht in Deutschland hat sie sehr bewegt und zu spannenden Diskussionen geführt“, freuen sich die betreuenden Lehrer Arne Warnken und Mark Janßen.
Die aus umfassenden Recherchen und Expertengesprächen stammenden Informationen wie auch die Illustrationen hat die Gruppe zu einer bebilderten Dokumentation zusammengestellt und nach Bonn geschickt. Inhaltlich habe man die Geschichte des Wehrdienstes mit Beginn der Wiederbewaffnung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg dargestellt. Im zweiten Schritt wurde die aktuelle Gesetzeslage analysiert und der Konflikt zwischen Wehrdienst und Zivildienst erläutert.
Die Konkurrenz, gegen die sich die Gymnasiasten aus Lemwerder mit ihrem Beitrag durchsetzen konnten, war riesig. Mehr als 60 000 Jugendliche aus Deutschland und Österreich hatten mitgemacht.

 

NWZ, 15. Februar 2011

Schwarze und weiße Lügen unterscheiden

Rhetorik Dr. Uwe Stirnberg referiert vor Schülerinnen und Schülern
des Lemwerderaner Gymnasiums

Mimik und Gestik sind wichtig bei der Kommunikation. Dr. Uwe Stirnberg überzeugte die Schüler mit humorvollem Vortrag.
Die Zuhörer lernten auch, auf ihre Mimik und Gestik zu achten. Der Kommunikationstrainer erklärte kulturelle Unterschiede bei der gegenseitigen Verständigung.

von Jan Lehmann

110215nwzRhetorikseminarLemwerder - Kennen Sie den Unterschied zwischen schwarzen und weißen Lügen? Die neun Teilnehmer, unter ihnen ein Mädchen, des Rhetorikseminars von Dr. Uwe Stirnberg kennen ihn. Der Kommunikationstrainer aus Münster hatte ein Wochenendseminar im Lemwerderaner Gymnasium angeboten. Und er überraschte seine Zuhörer manches Mal.

Lügen aus Höflichkeit
„Wir lügen mehrmals am Tag“, sagte er ihnen auf den Kopf zu. Er geht sogar davon aus, dass Kommunikation ohne Lügen nicht funktioniert. So genannte weiße Lügen gehören zum guten Ton, wenn man zum Beispiel auf die Frage „Wie gefällt dir mein Pullover?“ nicht wahrheitsgemäß antwortet. Problematischer sind die schwarzen Lügen, bei denen ein anderer bewusst getäuscht wird. Sie dienen dazu, sich an dessen Leid zu weiden. Dr. Stirnberg betonte, dass Kommunikation eine Basisqualifikation ist, die man in den meisten Berufen brauche. Er erklärte auch kulturelle und geschlechtsspezifische Unterschiede in der Kommunikation. Trainiert wurde auch die Mimik und Gestik während der Unterhaltung. Stirnberg nahm die Vorträge der Schüler mit der Videokamera auf.

Aufbaukursus empfohlen
Die Seminarteilnehmer sind Zehntklässler. In diesem Alter solle man anfangen an der Rhetorik zu feilen, empfiehlt der Referent. Weil sich in den folgenden Monaten wieder Fehler einschleichen, rät er dazu, noch einen Aufbaukursus, gegebenenfalls bei einem anderen Referenten, zu besuchen.

Stirnbergs humorvoller Vortrag mit überraschenden Pointen kam bei den Seminarteilnehmern gut an. Besonders wichtig war ihnen aber die spätere Anwendung. Jessika (16), das Mädchen im Kursus, will später in der Werbung arbeiten. „Gerade da muss man gut kommunizieren können.“ Aber schon in der Schule würden gute Präsentationen bei Referaten verlangt.

Henrik (16) will später in den Betrieb seines Vaters einsteigen. „Trotzdem will ich wissen, wie ich mich verhalten muss, auch bei Bewerbungen. Da kommt es ja auch auf die Gestik an.“ Außerdem geht Henrik davon aus, dass schon das Lehrgangszertifikat Pluspunkte bei der Bewerbung bringt.

 

NWZ, 06. November 2010

Gymnasium Lemwerder bekommt Qualitätssiegel
Bildung Lehrerinnen nehmen Auszeichnung im Kultusministerium entgegen – Vergabe zum ersten Mal

Schüler und Lehrer freuen sich über die Auszeichnung. Sie belegt die soziale Stärke.

von Evelyn Eischeid

101106nwzGuetesiegelLionsClubLemwerder - „Lions Quest – Qualitätssiegel“ - über den Erhalt dieses Siegels mit „Leuchtturmfunktion“ freuen sich am Gymnasium Lemwerder Lehrkräfte und Schüler. Schulleiterin Marianne Weigel: „Besonders stolz sind wir auf die Tatsache, dass wir als einzige Schule in Nordniedersachsen diese Auszeichnung bekommen haben.“
Am 28. Oktober hatten Marianne Weigel und ihre Kollegin Kathrin Kittel das Qualitätssiegel für die besonders erfolgreiche Umsetzung des Unterrichtsprogrammes „Lions Quest – Erwachsen werden“ während einer Feierstunde im Kultusministerium Hannover entgegen genommen. Im Land Niedersachsen wurde das Qualitätssiegel zum ersten Mal vergeben.

Kontinuierlich umsetzen
Marianne Weigel: „Das Siegel belegt, dass wir bei uns dieses Sozialtrainings-Programm nicht nur schwerpunktmäßig eingeführt haben, sondern es auch kontinuierlich umsetzen.“ Die Arbeitsgruppe „Sozialtraining“ wurde geleitet von Marianne Weigel und ihren Kollegen, den Lehrkräften Silke Oetker, Kathrin Kittel und Oliver Meyer.
Das Förderprogramm des Lions-Organisation verleiht das Qualitätssiegel den Schulen, die sich bewusst dafür entschieden haben, Schüler durch das Vermitteln von Kompetenzen in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen. Diese Schulen zeigen laut Lions eine besondere Verantwortung gegenüber Kindern und Jugendlichen. Mit dem Qualitätssiegel kann dieses Engagement nach außen dargestellt werden.
Das Programm ist ein Stützpfeiler, mit dessen Hilfe Kinder Konfliktlösestrategien und Eigenverantwortung erlernen können. Das Siegel wird nach den bundesweit einheitlichen Kriterien vergeben.

Siegel für drei Jahre
Marianne Weigel: „Drei Jahre ist das Siegel gültig, dann bewerben wir uns wieder. Die Teilnahme wird in den Zeugnissen dokumentiert.“ Nach einer Umfrage fühlen sich am Gymnasium 82,4 Prozent aller Schüler „wertgeschätzt“, gegen Gewalt sind 78,7 Prozent, gegen Drogen 80 Prozent.

 

 

Bremer Tageszeitungen: Die Norddeutsche, Seite: 8 vom: 05.11.2010

Gütesiegel für das Gymnasium
Schule wird für ihr Sozialtraining ausgezeichnet

Von Barbara Wenke

101105wkGuetesiegelLemwerder. Stolz zieht Marianne Weigel eine schweren Glasplatte aus einem großen Briefumschlag. Jetzt hat die Schulleiterin es schwarz auf weiß: Am Gymnasium Lemwerder wird gutes Sozialtraining geleistet. Gestern Mittag präsentierte sie ihren Schülern die gläserne Auszeichnung, die sie vor wenigen Tagen im Kultusministerium in Hannover erhalten hat.
Erstmals wurde in Niedersachsen das Qualitätssiegel für die besonders erfolgreiche Umsetzung des Unterrichtsprogramms "Lions-Quest: Erwachsen werden" verliehen. Neben dem Gymnasium Lemwerder konnten sich weitere 13 Schulen über die Auszeichnung freuen.
In der südlichsten Wesermarschgemeinde setzen sich die Gymnasiasten, zumindest die jüngeren Jahrgänge, wöchentlich mit den Themen Hilfe zur Selbsthilfe, Konfliktlösestrategien und Freundschaft auseinander. Auf dem Stundenplan stehen dann unter anderem Kooperationsspiele, bei denen die Klassenmitglieder zusammenhalten müssen, damit das Spiel gelingt. Die höheren Jahrgangsstufen erhalten Sozialtraining nach Bedarf, beispielsweise wenn die älteren jüngere Schüler ärgern.
Das Siegel, das Marianne Weigel in zwei Versionen ausgehändigt bekommen hat, ist drei Jahre lang gültig. Die Papier-Version wird ihren Platz vermutlich in einem Bilderrahmen an der Wand finden. Die wetterfeste Version aus dickem Glas soll schon bald die Hauswand des Gymnasiums Lemwerder zieren.

 

 

Bremer Tageszeitungen, Die Norddeutsche, Seite 5, vom 06.09.2010

Gemeinsam gegen Pöbeleien und Attacken
Siebter Jahrgang des Gymnasiums Lemwerder absolviert Seminar zur Gewaltprävention

Von Christian Pfeiff

100906wkWirSindStarkLemwerder. Zwei bewaffnete Jugendliche gehen im Pfarrhaus aufeinander los. Eine Gruppe Gleichaltriger umringt sie, feuert den jeweiligen Favoriten an. Die Situation droht zu eskalieren. Sie hätte es zumindest wohl getan, wenn sie real gewesen wäre. Was sich jetzt in den Räumen der katholischen Kirche abspielte, war jedoch ein Rollenspiel und damit Teil eines Gewaltpräventionsseminars, das der siebte Jahrgang des Gymnasiums Lemwerder drei Tage lang absolvierte.
Sowohl bei den vermeintlichen Schlägern als auch bei den sensationslüsternen Zuschauern handelt es sich um freiwillige Seminarteilnehmer, die "Waffen" sind aus Schaumstoff. Doch das Spiel reicht aus, um den Teilnehmern psychologische Wirkungsmechanismen solcher gruppendynamischen Situationen deutlich vor Augen zu führen.
Projekt für alle Siebtklässler
"Wie hat es sich für euch angefühlt?" will Jürgen Zimmer, Präventionsbeauftragter der Kriminalpolizei Brake, von den "Schlägern" wissen. Die Antwort ist eindeutig: Ohne die motivierenden Anfeuerungsrufe wäre die Bereitschaft zum Aufhören deutlich höher gewesen. "Nur Zuschauen gibt es bei einer solchen Situation nicht. Die mögliche Mitwirkung der Zuschauer reicht von unterlassener Hilfeleistung über Anstiftung bis hin zur Mittäterschaft", resümiert Zimmer.
Seit Beginn des Schuljahres bereist der Präventionsbeauftragte alle Schulen des Landkreises, die einen siebten Jahrgang unterrichten und teilnehmen wollen. "Wir sind stark" ist der Name des Projektes, in dessen Rahmen die Braker Kriminalbeamten nach bayrischem Vorbild aktiv den Kontakt zu den Schulen suchen und die Durchführung von Seminaren zur Gewaltprävention für Jugendliche anbieten.
Das Interesse seitens der Pädagogen und Schüler ist groß: "Mit einer Ausnahme haben sich alle Schulen der südlichen Wesermarsch zur Teilnahme bereit erklärt", konstatiert Zimmer. Auch die Lemwerder Schüler folgen dem Seminarstoff konzentriert und sichtlich bewegt. Neben Situationen wie der eingangs beschriebenen Schulhofschlägerei werden auch Raubüberfälle ("Handys abziehen") oder Alphatiergehabe in öffentlichen Verkehrsmitteln in Form von Rollenspielen und anschließenden Gruppendiskussionen thematisiert.
"Die behandelten Situationen sind ganz normale Begebenheiten aus dem Lebensalltag Jugendlicher und können in dieser Form an nahezu jedem beliebigen Ort stattfinden", erklärt Zimmer. Wie viele der Seminarteilnehmer bereits die Opfer- oder auch Täterrolle solcher Sachverhalte durchlebten, ist für Zimmer und die unterstützende Gymnasialpädagogin Silke Oetker nicht von Bedeutung. "Wir wollen keine Outings im Klassenverband provozieren oder schlimmstenfalls sogar erlittene Traumata aufrütteln", erklären sie unisono.
Stattdessen steht die Vermittlung sozialer Kompetenzen im Vordergrund. Diese reichen von einem selbstbewussten Verhalten und Auftreten über Eigenschaften wie Vertrauen und Kommunikationsfähigkeit bis hin zu effektiven Gewaltvermeidungsstrategien. Besonders hinsichtlich Übungen und Techniken aus der Theaterpädagogik, bei denen es ums Vertrauen in die Mitmenschen geht, demonstrierten die Seminarteilnehmer Anfangsschwierigkeiten. Es dauerte beispielsweise eine Weile, bis sie bereit waren, sich in die stützenden Arme ihrer Mitschüler fallen zu lassen.
Schulleiterin Marianne Weigel erachtet das Training sozialer Kompetenzen ihrer Schüler als sinnvoll und könnte sich eine Fortführung des Projektes nach erfolgter Evaluationsphase gut vorstellen: "Wenn das Seminar positiv von den Schülern aufgenommen wird, werden wir künftig für jeden siebten Jahrgang unserer Schule eine solche Veranstaltung organisieren", blickt die Schulleiterin voraus.

 

NWZ, 04. Sept. 2010

Bei Lehrern oder der Polizei Hilfe holen
Bildung Präventionsprogramm „Wir sind stark“ am Gymnasium Lemwerder

EVI

Lemwerder - NWZ  Kein leichter Stand für Sophie: zwei Typen rempeln sie an, bequatschen und bedrängen sie, das Interesse der Angreifer zielt zweifellos auf ihr teures Handy. Schon einmal hat die Gymnasiastin aus Lemwerder einen solchen Angriff des gewaltsamen Abzockens erlebt und vorsorglich hat sie sich mit einem Messer ausgerüstet. Wie wird Sophie handeln und was werden die Angreifer machen – wird die Situation eskalieren?

Zum Glück ist diese Gewaltszene am Freitagmorgen im Gemeindehaus der katholischen Kirchengemeinde nur gespielt: in ihren schwarzen Kapuzenpullovern wirken der Präventionsbeauftragte der Polizei, Dieter Zimmer, und Lehrerin Silke Oetker sehr realistisch und dem „Druck“ dieser „Angreifer“ kann sich Sophie kaum entziehen – sie bekennt danach, dass sie fast vergessen hätte, sich mit dem Messer zu verteidigen.

Das „Waffenspiel“ ist nur eines von 17 gespielten Szenarien im zweitägigen Gewalt-Präventionsseminar zum Thema „Wir sind stark“. Die Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen des Gymnasiums lernen, wie man sich in kritischen Situationen verhält, wie Vertrauen aufgebaut werden kann und sie diskutieren die verschiedenen Möglichkeiten. „Sich mit Waffen zu verteidigen, ist zu einhundert Prozent großer Mist“, erfahren die Siebtklässler von Dieter Zimmer, „es führt fast immer zur Eskalation und kann möglicherweise aus einem Opfer einen Täter machen. Also weg mit Schlagringen, Teleskopstöcken oder ähnlichen Waffen. Ein Verteidigungsangriff kann darüber hinaus einen Täter auch zu weiteren Brutalitäten veranlassen.“

Zuschauen, anfeuern oder sich einmischen bei einer Schlägerei? „Schläger fühlen sich oft als coole Typen, weil Umstehende ihnen mit Anfeuerungen ein Forum bieten,“ sagt Zimmer, „mischt euch nicht ein, sondern holt Hilfe bei Lehrern, bei Erwachsen, bei der Polizei oder nehmt euer Handy und ruft 110 an. Das kann euch vom Vorwurf einer unterlassenen Hilfeleistung entbinden.“

Der Workshop gegen Gewalt startete ursprünglich als Präventionsprogramm der Polizei in Bayern, dort unter dem Titel „Zammgrauft“ (Zusammengerauft). In erster Linie soll eine Sensibilisierung für Gewalt und für die Opfer erreicht werden. Neben der Förderung der Zivilcourage wird eine Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit, die Förderung der Gemeinschaft angestrebt. Die Schüler machen gemeinsame emotionale Erfahrungen und übernehmen Verantwortung. „Von den Kollegen der Polizeidirektion Oldenburg wurde das Präventionsprogramm unter dem Motto `Wir sind stark` übernommen“, so Zimmer.

 

Bremer Tageszeitungen, Die Norddeutsche, Seite: 5 vom 31.08.2010

Helfer bei der Lösung von Problemen

Großes Interesse an Streitschlichterausbildung am Gymnasium Lemwerder

Von Georg Jauken

100831wkStreitschlichterLemwerder. Für acht Schüler und 19 Schülerinnen des Gymnasiums Lemwerder war es ein kurzes Wochenende. Bis in den Sonnabendnachmittag waren sie in der Schule, um sich zu Streitschlichtern ausbilden zu lassen. Mit dem zweitägigen Blockseminar hat die Ausbildung allerdings erst begonnen. In den kommenden Monaten wird sie in einer Arbeitsgemeinschaft fortgesetzt.
Doch schon nach dem Einstieg in die Streitschlichterausbildung sind die Lehrer Katrin Kittel und Oliver Meyer mehr als zufrieden. "Es war toll", schwärmt Meyer von den Schülern, die so ganz andere Seiten von sich gezeigt hätten als im Schulalltag. "Sie waren begeistert und offen. Wir haben ganz andere Stärken von ihnen kennengelernt", sagt der Pädagoge, der am Gymnasium normalerweise für die Englischlektionen zuständig ist.
Gefühle in Worte fassen
Die Gelegenheit zu diesen neuen Erfahrungen bot die intensive Beschäftigung mit Konflikttypen und Gewalt. Es wurde gutes Zuhören geübt und wie man Gefühle in Worte fasst. Die Schüler erarbeiteten eine Checkliste für Streitschlichter und erprobten sie anschließend in Rollenspielen. Damit soll die Arbeit der AG Streitschlichter laut Meyer auch fortgesetzt werden, damit alle Teilnehmer an Erfahrung und Sicherheit für etwaige Einsätze als Streitschlichter auf dem Schulhof und anderswo gewinnen. Eine wichtige Voraussetzung, um überhaupt einen Streit schlichten zu können, formuliert Ron aus der Klasse 10a so: "Neu war für mich, dass man keine Lösung finden muss. Das müssen die Streitenden selber tun. Wir bieten Hilfe zur Lösung des Problems an." Wichtiges gelernt hat auch Isabel aus der 10c: "Jetzt weiß ich, wie ich in manchen Situationen reagieren kann, damit es nicht zum Streit kommt:" In dem Blockseminar selbst, an dem Schüler aller Jahrgangsstufen des Gymnasiums teilnahmen, herrschte denn auch eine "lockere Atmosphäre", wie es Johanna aus der 10b nennt. "Niemand wurde ausgegrenzt." Und wie sieht es im Schulalltag aus? Gibt es so viel Streit, Rangeleien oder gar Prügeleien, dass man 27 Streitschlichter braucht? - Nicht nur die Erfahrung von Kay aus Klasse 8 b ("An der Tagesordnung ist das nicht") spricht gegen einen solchen Zusammenhang. Schulleiterin Marianne Weigel weist darauf hin, dass nicht von der großen Teilnehmerzahl am Streitschlichterseminar auf besonders häufige Auseinandersetzungen am Gymnasium geschlossen werden könne. Der konstruktive Umgang mit Konflikten solle vielmehr dazu beitragen, dass Schüler künftig seltener als Sieger oder Verlierer aus einer Auseinandersetzungen hervorgehen und leichter zu einem konstruktiven Umgang miteinander zurückfinden. Das kann auch zu einem positiven Klima an der Schule insgesamt beitragen, ist man am Gymnasium überzeugt und will die Streitschlichtung darum künftig auf eine noch breitere Basis stellen. In diesem Sinne haben auch zwei weitere Lehrkräfte des Gymnasiums an dem Seminar teilgenommen, um künftig weiteren Schülern die Methoden der Streitschlichtung zu vermitteln.

 

Bremer Tageszeitungen, Ausgabe: Die Norddeutsche, Seite:5 vom 24.06.2010

Gymnasium ist jetzt erwachsen geworden
Erster Abschlussjahrgang in Lemwerder wurde verabschiedet

Von Christian Pfeiff

100624wkVerabschiedungKlasse10Lemwerder. Bereits im vergangenen Sommer grüßte Schulleiterin Marianne Weigel die derzeitigen Fünftklässler mit den Worten: "Mit Euch ist unsere Schule erwachsen geworden, erstmals werden alle Jahrgänge durchgängig beschult." Nun besiegelte das Gymnasium Lemwerder sein Erwachsensein endgültig mit der Verabschiedung seines ersten Absolventenjahrgangs.
Mit einem erweiterten Abschluss der Sekundarstufe I verlassen 19 Schüler der Klasse 10a zum Sommer das Gymnasium, um ihren Weg zum Abitur nunmehr getrennt voneinander an anderen Schulen in Brake, Delmenhorst und Bremen fortzusetzen.
Dabei war im Vorfeld der offiziellen Inbetriebnahme der Schule noch nicht einmal sicher, ob dieser Jahrgang überhaupt zustande kommt, erinnert sich Weigel an die Anfänge des Gymnasiums. "Da sich der Start unserer Schule aus organisatorischen Gründen um ein Jahr verzögerte, waren wir kurz vor der Aufnahme unseres Schulbetriebs noch nicht einmal sicher, ob sich überhaupt genügend Schüler für die Einrichtung einer sechsten Jahrgangsstufe anmelden würden."

Die nun verabschiedeten Schüler absolvierten zunächst die fünfte Klasse an anderen Lehreinrichtungen, bevor man sich nach Eröffnung der Möglichkeit für einen Wechsel nach Lemwerder entschied. Dementsprechend attestierte Weigel der Schülerschaft in ihren Grußworten anlässlich der Verabschiedung sichtlich gerührt "großen Mut, etwas Neues zu wagen." Zu diesem gesellte sich rückblickend auf die Anfangsschwierigkeiten der Schule ohne festes Lehrerkollegium und aufgrund der langwierigen Sanierung des Hauptgebäudes temporär in Containern durchgeführter Unterrichtseinheiten "ein hohes Maß an Belastbarkeit und Anpassungsfähigkeit." Trotz allem - oder vielleicht sogar aufgrund dessen - formierte sich die 10a zu einer harmonischen Klassengemeinschaft, die sich nicht nur durch fachliche, sondern vor allem auch durch soziale Kompetenzen auszeichnete. So fällt es den Schulsprechern Lara Marleen Rauthaus und René Woelki sichtlich schwer, ihre Rührung in ihren Grußworten zu verbergen: Nicht nur der Klassenverband, auch die familiäre Atmosphäre der ganzen Schule werde man nach den Sommerferien schmerzlich vermissen. "Ich kann mir gar nicht vorstellen, nächstes Jahr ohne Euch da zu sitzen", gesteht Rauthaus sichtlich ergriffen Klassenkameraden und Lehrkörpern gleichermaßen.
Bürgermeister Hans-Joachim Beckmann wagte als Laudator einen weiteren Blick zurück auf die Schulanfänge und stellte zudem eine baldige Autorenschaft in Aussicht: "Irgendwann werde ich die Geschichte dieser Schule einmal zu Papier bringen. Zu den vielen spannenden Elementen zählt auch, wer so alles mit unterschiedlichsten Methoden versucht hat, die Entstehung dieser Schule zu verhindern." Dementsprechend lautete der bürgermeisterliche Rat an die Schulabgänger: "Wenn man ein festes Ziel vor Augen hat, muss man mitunter Widerstände brechen, um dieses zu erreichen." Karl-Heinz Röben, Fachbereichsleiter vom Landkreis Wesermarsch, brachte neben übermittelten Grüßen und Glückwünschen des terminlich verhinderten Landrats Michael Höbrink auch eigene Freude zum Ausdruck: "Bei meinem ersten Besuch an dieser Schule musste ich Ihnen die Nachricht überbringen, dass das Hauptgebäude zurückgebaut und deshalb vorübergehend geschlossen werden müsse. Der heutige Anlass ist natürlich wesentlich erfreulicher." Elternbeiratsvorsitzende Marion Gerdes hatte indes recht unorthodoxe Zukunftswünsche für die Schulabsolventen parat: "Bleibt cool, immer ein bisschen Querdenker und immer ein bisschen streitbar, dann werden wir von vielen von Euch sicher noch so einiges hören oder lesen." Diese Wahrscheinlichkeit erhöht sich zudem durch das hohe Ausmaß an Kreativität, das laut stellvertretendem Schulleiter Thomas Reinsch zu den herausragendsten Eigenschaften des Jahrgangs gehörte. Eine kleine Kostprobe von dieser servierte die scheidende Schülerschaft den Anwesenden in Form einer kleinen "Oscarverleihung", in deren Rahmen neben der "besten Regie" und den "besten Special-FX" auch die "beste Comedy-Performance" und die "größte Labertasche" des Lehrerkollegiums mit Preisen bedacht wurden.
 

 

NWZ, 24. Juni 2010

Abschied vom ersten Jahrgang
19 Schüler bereiten Gala vor – Urkunden für Lehrer

Der erste Abschlussjahrgang des Gymnasiums Lemwerder wurde am Dienstagabend feierlich verabschiedet. Ihr Abitur machen die Schüler an anderen Gymnasien.
Die Schule wurde vor fünf Jahren gegründet. Die Jugendlichen haben den erweiterten Sek-1-Abschluss geschafft.

von Gabriele Bode

100624nwzAbschiedKlasse10Lemwerder - Seinen ersten Jahrgang konnte das Gymnasium Lemwerder am Dienstagabend – fünf Jahre nach der Gründung der Schule – entlassen. Mit einer Gala, die die 19 Schüler selbst organisiert hatten, wurde der Abgang von der Schule mit zahlreichen Angehörigen in der festlich geschmückten Aula gefeiert. Neben der Schulleiterin Marianne Weigel und ihrem Stellvertreter Thomas Reinsch waren auch Karl-Heinz Röben, Fachbereichsleiter Bauen vom Landkreis Wesermarsch, Schulelternsprecherin Marion Gerdes sowie Lemwerders Bürgermeister Hans-Joachim Beckmann auf die Bühne getreten, um den Schülern für ihren weiteren Lebensweg in einer kurzen Rede alles Gute zu wünschen.

Mit Urkunden belohnten die Schüler ihre Lehrer – in Kategorien unterteilt wie „bestes Zeitmanagement“, „freundlichster Lehrer“ und „Kaffetrinker“. Mit der Zeugnisübergabe und einem großen Buffet für alle Besucher endete der vorletzte Tag am Gymnasium Lemwerder für Lisa Janine Berends, Frederike Dähnhardt, Christian Dirk, Frederike Fassmer, Anna Harloff, Elena Kok, Fabian Lau, Pia Lenz, Ina Maria Menzel, Nils Müller, Melanie Poppe, Marcella Puhlemann, Lara Marlene Rautenhaus, Eike Schmidt, Philipp Stührmann, Jannik Uhlhorn, Ekaterini Vraka, Sara Wiechmann, und Rene Woelki mit dem erweiterten Sek-1-Abschluss.

 

Bremer Tageszeitungen: Die Norddeutsche, Seite:8, 19.06.2010

Neuntklässler stellen Designobjekte aus

Lemwerder·Berne (bak). Neuntklässler des Gymnasiums Lemwerder stellen am Sonntag, 20. Juni, in der Zeit von 15 bis 18 Uhr in der Kulturmühle in Berne aus. Gezeigt werden Designobjekte, die die Jugendlichen im Kunstunterricht des ablaufenden Schuljahres angefertigt haben. Uhren, Spiegel, Lampen und zahlreiche Stühle werden in abgewandelter Form zu sehen sein. Hinzu kommen eventuell noch von den Schülern gestaltete Plakate, allesamt Unikate, die derzeit in den Schaufenstern der unterschiedlichsten Lemwerderaner und Berner Läden für die Ausstellung werben.

Gymnasium ehrt seine Sieger

Von Barbara Wenke

Lemwerder. Das Treppenhaus des Gymnasiums platzte gestern Vormittag während der ersten großen Pause aus allen Nähten. Aber nicht das leicht trübe Wetter trieb die Schülerinnen und Schüler unters Dach, sondern die Preisvergabe in zwei Wettbewerben - dem Känguru-Wettbewerb und dem Big Challenge.
An dem Mathematikwettbewerb, der für alle Altersstufen offen war, beteiligten sich am Gymnasium 63 Jungen und Mädchen, sowie "außer Konkurrenz" Konrektor Thomas Reinsch. Er sei ganz stolz, einige Aufgaben gelöst zu haben, berichtete Reinsch den wartenden Schülern. Er räumte aber ein, seinen Zettel "vorsichtshalber" nicht abgegeben zu haben.
Das beste Ergebnis erzielte die Sechstklässlerin Alicia Müggenburg. Sie erhielt für ihre Leistung ein rotes T-Shirt mit einem Känguru. Für alle anderen Teilnehmer gab es Urkunden sowie ein schwieriges mathematisches Puzzle.
Erstmals beteiligten sich 70 Fünft- und Sechstklässler des Lemwerderaner Gymnasiums am europaweit ausgeschriebenen Englischwettbewerb "Big Challenge". Zu beantworten waren Fragen bezüglich Grammatik, Landeskunde, Vokabeln und Aussprache. Die meisten Punkte in den vier Kategorien sammelten in Lemwerder Fynn Rodiek (5. Jahrgang) und Katharina Stöver (6. Jahrgang)

 

Bremer Tageszeitungen: Die Norddeutsche, Seite 5, vom 08.06.2010

Französische Austauschschüler im Rathaus Lemwerder begrüßt

Von Mario Assmann

100608wkFranzAustauschLemwerder. Die gestrige Festbeflaggung am Lemwerderaner Rathaus hätte einem Staatsempfang zur Ehre gereicht. Während aber Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy planmäßig zum Gipfeltreffen nach Berlin flog, waren es 20 seiner Landsleute, die Bürgermeister Hans-Joachim Beckmann einen Besuch abstatteten. Für die Austauschschüler im Alter von 13 bis 15 Jahren begann damit das offizielle Programm ihres Aufenthalts. Noch bis Freitag leben die Gäste des Gymnasiums bei Familien in Lemwerder, lernen dort Land und Leute kennen.
Die Siebt- bis Neuntklässler vom Gymnasium St. Médard-de-Guiziéres bei Bordeaux sind am Sonnabend eingetroffen und haben mit den Gastfamilien die ersten Unternehmungen absolviert. Heute fahren die jungen Franzosen mit den Lemwerderaner Schülern nach Langeoog, nehmen morgen an den Bundesjugendspielen teil und erkunden am Donnerstag die Hansestadt Bremen. Bürgermeister Beckmann, von der französischen Lehrerin Caroline Pena als "Monsieur le Maire" vorgestellt, wies auf die Besonderheiten der rund 7200 Einwohner zählenden Gemeinde hin: Drachenfest, Jacht- und Flugzeugbau waren da nur einige Themen.
Für die beiden Schulen ist es nach dem Auftakt im vergangenen Jahr der zweite Austausch, wie Lehrerin Renate Kreye-Grundmann und Rektorin Marianne Weigel vom Gymnasium Lemwerder sagten. Den französischen Gästen scheint es in der Wesermarsch zu gefallen: Sieben von ihnen waren bereits 2009 dabei. Der nächste Gegenbesuch in St. Médard-de-Guiziéres, einem Ort im Südwesten Frankreichs mit etwas mehr als 2000 Einwohnern, ist für den Herbst geplant.

 

Bremer Tageszeitungen: Die Norddeutsche, Seite 6, vom 03.06.2010

Kinder als Botschafter ihrer Schule
Gymnasium Lemwerder umwirbt künftige Schülerinnen und Schüler: "familiär und übersichtlich"

Von Georg Jauken Lemwerder.

105031wkTdoTDas Schuljahr 2009/2010 neigt sich dem Ende. Landauf, landab stehen Eltern und Schüler der vierten Grundschulklassen vor der Entscheidung, wie es nach den Sommerferien weitergehen soll. Wer sich für das Gymnasium Lemwerder entscheidet, so die Botschaft nicht nur beim jüngsten "Tag der offenen Tür", macht es richtig. Dabei erweisen sich die Schüler des Gymnasiums als die überzeugendsten Botschafter.
Ein gutes Beispiel sind Jasmin, Sanaz und Hadija. Die drei Mädchen führen eine Gruppe Eltern durch die Schule. Am Ende erreichen sie den Computerraum. "Hier dürfen wir nicht ohne Lehrer rein", erklärt Hadija. Nicht ohne Lehrer, wohl aber ohne Essen, Getränke und Schuhe, um Staub und Verschmutzungen der empfindlichen Geräte zu vermeiden.
Hadija berichtet, wie sie und ihre Mitschüler im Internet recherchieren - sich aber nicht alleine darauf verlassen-, wie sie Homepages erstellen und sich im schuleigenen Chat treffen. Es gehe darum zu "lernen, wie man lernt", erklärt sie den Inhalt des Methodenlernens mit PC, das in den fünften Klassen ein ganzes Halbjahr lang zum regulären Unterricht gehört. Im Gymnasium weiß man, dass das Internet zum Alltag der Schüler gehört. Also nutzt man es für den Unterricht und lehrt, wie die Nutzer sicher damit umgehen.
Vom Spielen zum Pauken "Es gibt Menschen, die ein fotografisches Gedächtnis haben", fügt Hadija noch hinzu, bevor sie die Eltern in den nächsten Raum bittet. Für die anderen gebe es den Methodenunterricht. Die Eltern sind beeindruckt. "Für die sechste Klasse macht sie das extrem gut", meint Toralf Schiefner über das Mädchen, das vor den vielen Erwachsenen so sicher auftritt, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Auch die Ausstattung der Schule fällt ihm auf. Eine solche Ausstattung hätte sich Toralf Schiefner in seiner Schulzeit gewünscht.
Ein paar Räume weiter werden Ratespiele gespielt. Die Kandidaten: Viertklässler aus den benachbarten Grundschulen. Mit den Bewegungsspielen, erläuterte Englischlehrer Oliver Meyer, würden die Schüler langsam vom spielerischen Englisch der Grundschulen zum Englisch als Unterrichtsfach mit Vokabeln pauken, Klassenarbeiten und Benotung herangeführt. Wer sich die Vokabeln spielerisch einpräge, vergesse sie nicht so schnell wieder.
Die Vokabel-Spiele sind nur ein Beispiel, wie das Gymnasium den jungen Besuchern aus den Grundschulen Lust auf ihre mögliche neue Schule macht. Dazu gibt es "Schnupperunterricht" in Latein, Französisch und Naturwissenschaften, der Einblicke in den Schulalltag ermöglicht und die Neugierde der Kinder wecken soll.
Rebecca und ihre Mitschüler aus dem siebten Schuljahr erklären anhand eines Modells den Aufbau des menschlichen Herzens. In zwei Wochen hat das Plastik-Herz ausgedient, berichten sie. Dann wollen sie das Herz eines Schweines "auseinandernehmen".
Nebenan wird derweil Stahlwolle abgefackelt, entzündet mit einer haushaltsüblichen Batterie. "Das ist der Kabelbrand, den man im Haus vermeiden möchte", erklärt Physiklehrer Heiko Gawronski seinen Versuchsaufbau. Nicht weit entfernt schicken Kinder mit Hilfe von PC und Beamer eine Maus auf Abenteuerreise, die wie einst Charlie Chaplin in "Modern Times" ins Räderwerk einer Maschine geraten ist. Die Lehre von Kräften und Bewegungen als Computerspiel, das fesselt und sorgt für herzhafte Lacher.
Sehr "familiär und übersichtlich" fasst Nicole Belitz ihre Eindrücke am Ende des Rundgangs zusammen. "Das hat mich überzeugt." Überrascht hat sie das nicht, denn eines ihrer Kinder besucht das Gymnasium Lemwerder bereits. Sie erinnert sich an fürsorgliche Lehrer und ältere Schüler, die den jungen als Paten zur Seite standen. Nicole Belitz ist überzeugt, "die Kinder werden hier gut aufgefangen. Nach Klasse zehn sind sie dann so weit für die Stadt." Bis dahin soll auch ihr zweites Kind das Gymnasium Lemwerder besuchen. Eine andere Mutter will die Entscheidung ihrem Sohn überlassen. Die Fahrzeit werde wohl eine Rolle dabei spielen, sagt die Mutter aus Berne.
Schülerwunsch: Abi in Lemwerder Eine längere Fahrzeit als bisher müssen Katharina, Lara und René vom kommenden Schuljahr an in Kauf nehmen. Mit der Klasse zehn endet in einigen Tagen auch ihre Schulzeit in Lemwerder. Entscheiden, wie es weiter geht, müssen also auch sie. "Wir waren nicht begeistert, dass wir hierher kommen mussten", erinnern sich die beiden Mädchen noch gut. Doch nach zwei Jahren am Gymnasium an der Willmsstraße in Delmenhorst und zwei Ehrenrunden hätten sie in Lemwerder wieder Anschluss gefunden.
Nach einer Woche hätte sie sich eingelebt. Jetzt würden sie gerne bis zum Abitur bleiben. Sie schwärmen vom familiären Miteinander und vom engen, vertrauensvollen Kontakt zu ihren Lehrern. "Man ist eine Person, keine Nummer", meint Lara. Mit "he, du da", habe sie seit Delmenhorster Zeiten kein Lehrer mehr angesprochen. Vermisst hat sie es nicht.
"Man hat einen viel besseren Zugang zu den Lehrern", ist auch René aufgefallen, der im fünften Schuljahr das Max-Planck-Gymnasium besuchte. Gesetzt den Fall, es gäbe die Möglichkeit, bis zum Abitur in Lemwerder zu bleiben, käme ein Wechsel für ihn nicht in Frage. Selbst wenn die 19-köpfige Klasse dann in Kurse unterteilt würde, wäre René, Lara und Katharina der Kontakt zu den Lehrern noch nicht zu eng und intensiv. Schüler, die unbedingt auf eine andere Schule wollen, waren am Tag der offenen Tür im Gymnasium Lemwerder nicht aufzufinden.
Doch eine Oberstufe gibt es nun mal nicht in Lemwerder. Das Profilfach Musik gab deshalb den Ausschlag, dass René ans "Maxe" zurückkehren möchte. Seine Klassenkameraden werden sich nach den Ferien an anderen Schulen in Brake, Delmenhorst und Vegesack wiederfinden. Zumindest René, Lara und Katharina geben sich überzeugt, in Lemwerder bestens auf die Oberstufe vorbereitet worden zu sein

 

NWZ, 31. Mai 2010

Jonglieren gelernt und Blitze erzeugt
Gymnasium: Beim Schnuppertag in Lemwerder Berührungsängste abgebaut

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Donnerschlag: Physiklehrer Heiko Gawronski hatte
eine Influenzmaschine aufgebaut, mit der sich Blitze erzeugen
lassen. Das war bei den Besuchern ein Renner.

 von Gabriele Bode

Lemwerder - Ein Tag der offenen Tür fand am Sonnabend am Gymnasium Lemwerder statt. Schülern der vierten Klassen, die nach den Ferien das Gymnasium besuchen, sollte die Schule vorgestellt werden. So konnten sie sich ein Bild von den Lehrkräften, den Fachräumen und den Unterrichtsmethoden machen. „Ganz wichtig ist so ein Schnuppertag, um Ängste abzubauen und Fragen zu beantworten“, erklärte der stellvertretende Schulleiter Thomas Reinsch.
Im Naturwissenschaftsraum und im Musikraum gab es Experimente und Vorführungen. Rebecca, Sarah und Melanie aus der 7c maßen Herztöne und den Blutdruck der Besucher. Physiklehrer Heiko Gawronski hatte allerlei technische Versuche aufgebaut. Besonders begeistert waren die Kinder von der Influenzmaschine, mit der sich Blitze erzeugen lassen, und von einer interaktiven Wandtafel. In den Fächern Latein, Französisch und Physik gab es Schnupperstunden.
Der Förderverein hatte ein Kuchen–Buffet in der Pausenhalle aufgebaut, in der auch Präsentationen von Schulprojekten zu sehen waren. Schülerinnen der Klasse 8a verkauften Obst-Spieße. Auf dem Pausenhof wurde man sogleich von dem Duft von Crêpes empfangen, dazu boten die Schüler der 7a frisch gemixte Erdbeermilchshakes an. Der Erlös geht an das Kinderhilfswerk Misereor. Neben Speisen wurden auf dem Pausenhof alte römische Spiele angeboten, und bei Henrike Seedorf und Jasmin Heinen konnte man das Jonglieren lernen.

 

NWZ, 22. Mai 2010

Frischer Wind im Förderverein
Gymnasium Vorstandswahlen gelingen im zweiten Anlauf – Arbeit besser verteilen

Zur ersten Versammlung waren kaum Eltern erschienen. Nun war die Beteiligung besser:
Renate Henrichs bleibt als Vorsitzende im Amt.

von Gabriele Bode

100422nwzFoerdervereinLemwerder - Aufatmen beim Förderverein des Gymnasiums Lemwerder: Rund 40 Eltern fanden sich zur Wiederholung der Jahreshauptversammlung des Fördervereins am Dienstagabend in der Schule ein. So konnten dieses Mal die Vorstandswahlen stattfinden. „Dieses ist meine letzte Wahlperiode“, erklärte die 1. Vorsitzende und Mitgründerin des Vereins Renate Henrichs. „So langsam gehen mir die Ideen aus. Es wäre schön, wenn jemand anderes dann dieses Amt übernehmen könnte.“ Einstimmig wurde Henrichs für ihre letzte Amtsperiode wiedergewählt.

Die 2. Vorsitzende, Bärbel Poppe, sowie Kassenwartin Petra Leßmann stellten sich nicht mehr zur Wahl. In ihre Ämter wurden Claudia Dähnhardt und Sabine Eisenhauer gewählt. Auch die Kassenprüfer wurden mit Britta Evers und Andrea Kapusta neu ernannt. Um bei Sitzungen beschlussfähig zu sein, müssten fünf Vorstandsmitglieder anwesend sein. Um dieses zu gewährleisten, benötige man Beisitzer, erklärte Renate Henrichs. Ein Vorschlag der Eltern war, aus allen Jahrgängen Beisitzer zu wählen. Die Mütter – Väter stellten sich nicht zur Wahl – ließen sich nicht lange bitten. In einer Blockwahl ernannte man Birgit Jördemann, Bettina Schewerda, Susanne Stehmann, Petra Lutze, Bianka Ludwig, Sabine Heinen, Andrea Ruf und Karin Wagener zu Beisitzern.

Alle waren sich darin einig, dass die anfallenden Aufgaben, wie Bestellungen von Schulkleidung und -büchern besser bewältigt werden können, wenn sie auf viele Schultern verteilt werden. Vom Schülerbeirat wünscht sich der Förderverein mehr Ideen. Sie sollten sich doch an den Verein wenden, der für ihre Interessenvertretung da ist. Für Mitteilungen hängt in der Eingangshalle ein Briefkasten.

 

Bremer Tageszeitungen, Ausgabe: Die Norddeutsche, WEM vom 22.04.2010

Auflösung des Fördervereins doch noch abgewendet

Von Georg Jauken

Lemwerder. Der Förderverein des Gymnasiums Lemwerder ist wieder arbeitsfähig. Die Appelle der Vorsitzenden Renate Henrichs hatten gefruchtet: Beim zweiten Anlauf, eine Jahreshauptversammlung durchzuführen, war die Beteiligung so groß, dass der Neuaufstellung der Vereinsspitze nichts mehr im Wege stand.
Wie berichtet, musste der erste Versuch einer Jahreshauptversammlung im März abgebrochen werden, da der Vorstand weitgehend unter sich blieb, so dass die vorgesehenen Wahlen nicht durchgeführt werden konnten. Da die ersten Schüler das Gymnasium in wenigen Monaten verlassen, scheiden auch einige Eltern aus, die sich wie die zweite Vorsitzende Bärbel Poppe bislang im Förderverein engagierten. Renate Henrichs, die schon zu den Gründungsmitgliedern der Fördervereins zählt und seitdem als dessen Vorsitzende maßgeblich das Vereinsprofil prägte, schlug Alarm: Sollte der zweite Versuch einer Jahreshauptversammlung scheitern, drohe dem Förderverein die Auflösung.
Diese Gefahr ist nun abgewendet. Von den rund 140 Mitgliedern des Fördervereins fanden sich am Dienstagabend mehr als 30 im Musikraum des Gymnasiums ein, dazu einige weitere Eltern, die zu Beginn der Veranstaltung ihre Beitrittserklärung unterschrieben. "So viele waren wir noch nicht einmal bei der Gründungsversammlung", stellte Renate Henrichs erfreut fest. Selbst vom Fehlen der Väter, das sie noch im März zu beklagen hatte, konnte keine Rede mehr sein. Immerhin acht Väter nahmen an der Versammlung teil und wollen sich nun teilweise an künftigen Aktionen und regelmäßigen Aufgaben wie der Verteilung von Büchern oder Schulkleidung beteiligen, die der Förderverein regelmäßig per Sammelbestellung besorgt.
Bei den Neuwahlen des Vorstandes hielten sich die Männer indes zurück. Gewählt wurde eine Mütter-Riege mit der bisherigen Vorsitzenden Renate Henrichs an der Spitze. Eine Vorstandsperiode möchte sie noch weitermachen, um eine nahtlose Übergabe an die Nachfolger zu gewährleisten. In zwei Jahren werde sie jedoch nicht wieder antreten. Ihr Abstand zum Gymnasium sei gewachsen. "Mir fehlen ein bisschen die Ideen", begründete sie diesen Schritt.
Frische Ideen sollen die Neuen im Fördervereinsvorstand einbringen, die neue zweite Vorsitzende Claudia Dähnhardt etwa, die bislang Beisitzerin war, oder auch Sabine Eisenhauer, die künftig anstelle von Petra Leßmann die Kasse führt. Hinzu kommen als Beisitzerinnen Petra Lutze, Susanne Stehmann, Karin Wagener, Andrea Ruf, Bettina Schewerda, Birgit Jordemann, Bianka Ludwig und Sabine Heinen. Alle Wahlen erfolgten einstimmig.

 

NWZ, 21. Mai 2010

Französisch-Diplom für Sprachkompetenz
Acht Schüler am Gymnasium Lemwerder bestehen Sprachtest – Wenige Jungen dabei

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Lemwerder - Am Gymnasium Lemwerder konnten acht Schülerinnen und ein Schüler das französische DELF-Diplom entgegennehmen.

In einer zweistündigen AG wird einmal die Woche für begabte und interessierte Schüler dieser Förderkurs von Französischlehrerin Valerie Wetter seit Schuljahresbegin 2008/2009 angeboten. Zurzeit nehmen zwei Schüler und zehn Schülerinnen daran teil. Der Test, der in Bremen am Institut Francais abgelegt wird und weltweit einheitlich ist, besteht aus vier Teilen, dem Lese-, Hör-, Schreib-und Gesprächsverstehen. Er wird in Lemwerder für den achten bis zehnten Jahrgang klassenübergreifend angeboten und ist in drei Schwierigkeitsgrade (A1, A2, B1) eingeteilt. In Klasse 12 wäre dann noch B2 möglich. A1 und A2 trainieren die elementare Sprachverwendung und bei B1 sowie B2 geht es um die selbstständige Sprachverwendung. „Das Herangehen an die Sprache ist anders als im regulären Unterricht. Es wird viel alltäglicher damit umgegangen“, sagte Wetter. Für die Schülerinnen der 10. Klasse ist es ganz klar, dass sie Französisch als Leistungskurs nehmen.

„Dieser Kurs hilft einem sehr, sich in Französisch zu verbessern“, erklärte Lara Marleen Rautenhaus. Auch die anderen Schüler waren sich einig, dass man sich so hervorragend auf Arbeiten und Abiturprüfungen vorbereiten kann und mit dem Sprach-und Vokabeltraining auch seine Nervosität abbaut. Erstaunlich sei die sehr niedrige Jungenquote. Lorena Kok meinte, dass das wahrscheinlich an der höheren Sprachbegabung bei Mädchen liegt. Auch die Lehrerin machte bezüglich der Männerquote ähnliche Erfahrungen während des Studiums.

Für Lorena ist es wichtig, dass sie ein Zertifikat bezüglich ihrer Sprachkompetenz in den Händen hält, falls sie irgendwann ein Praktikum oder einen Job in einem französischsprachigen Land annehmen möchte.
 

 

NWZ, 16. Januar 2010

Gymnasiastinnen gewinnen Kreisentscheid
HANDBALL Nächste Runde bei „Jugend trainiert für Olympia“ erreicht

 

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So sehen Siegerinnen aus: Die Handball-Mädchen vom Gymnasium fahren zum Bezirksentscheid.

LEMWERDER - Die Handball-Mädchen des Gymnasiums Lemwerder aus den Jahrgängen 1997/98 haben sich für die Bezirksmeisterschaften der Schulen beim Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ qualifiziert.

Beim Kreisgruppenentscheid in Ganderkesee gewannen die Mädchen des Gymnasiums gegen das Graf-Anton-Günther-Gymnasium aus Oldenburg und gegen die Mädchen des Gymnasiums Ganderkesee in der Wettkampfklasse IV.

Das erste Spiel der Lemwerderanerinnen gegen das GAG aus Oldenburg wurde nur denkbar knapp mit 16:15 gewonnen – und das nachdem sie bereits mit vier Toren Vorsprung geführt hatten. Der Vorsprung hatte wohl einige Spielerinnen unvorsichtig werden lassen: Die Konzentration ließ bei der zwischenzeitlichen Vier-Tore-Führung doch bei einigen Spielerinnen sichtlich nach, so dass sich individuelle Fehler häuften. So wurden beispielsweise in der Schlussphase allein sechs Angriffe wegen Betretens des Kreises von den Schiedsrichtern abgepfiffen. Und auch in der Abwehr wurde nicht mehr konsequent genug gedeckt, so dass die Oldenburgerinnen zu leichten Toren über den Kreis kamen. Ein Punkt Vorsprung rettete aber schließlich den Sieg.

Im zweiten Spiel stellte die Gastgeber-Mannschaft keinen ernsthaften Gegner mehr dar für die Mädels aus Lemwerder – und das obwohl der Trainer mit der Torfrau schon früh eine siebte Spielerin zur Feldspielerin machte. Doch am Ende ließen sich die Lemwerderanerinnen beim Spielstand von 3:7 nicht aus der Ruhe bringen und gewannen überlegen 15:6.

Als Kreisgruppensiegerinnen treffen die Mädchen vom Gymnasium Lemwerder nun bei den Bezirksmeisterschaften in Delmenhorst am 16. Februar wohl auf vier stärkere Gegnerinnen. Dazu drückt die ganze Schule der Mannschaft ganz fest die Daumen – zumal es das erste Mal ist, dass eine Handballmannschaft des Gymnasiums den Bezirksentscheid erreicht.
 

 

Bremer Tageszeitungen, Ausgabe: Die Norddeutsche, WEM, Seite: 6 vom 10.12.2009

Staatssekretär: Noch Schwierigkeiten bei Turbo-Abitur

Von Mario Assmann

091210wkAlthusmannLemwerder. Selbst ein Lehrer raunte: "Jetzt weiß ich, warum meine Chemie-Note war, wie sie war." Gerade hatte er im Gymnasium Lemwerder den Raum für Naturwissenschaften betreten und von "Wasserstoffbrückenbindung" gelesen. Der neben dem Pädagogen stehende Besucher räumte gar ein, Chemie nach der zehnten Klasse abgewählt zu haben. Bis zur Promotion und an die Spitze des Schulwesens ist es dennoch zu schaffen: Besagter Besucher war Bernd Althusmann, CDU-Staatssekretär im Landeskultusministerium - und gestern zum Termin in Lemwerder.
Gemeinsam mit Parteifreund Björn Thümler, Landtagsabgeordneter aus Berne, informierte sich Althusmann bei Schulleiterin Marianne Weigel und ihrem Stellvertreter Thomas Reinsch über das Lemwerderaner Gymnasium. Darüber hinaus diskutierte er mit der Klasse 10a Bildungsfragen. Das dominierende Thema: das Turbo-Abi. Nahezu jede Wortmeldung und Frage der Gymnasiasten bezog sich auf das Abitur nach einer auf zwölf Jahre verkürzten Schulzeit. Verwundern konnte dies nicht. Das Turbo-Abi zählt zu den umstrittensten Projekten der Landesregierung und ließ den Stuhl von Althusmanns Chefin, Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU), im Sommer heftig wackeln. Erst im vergangenen Monat wurde in Niedersachsen das "Volksbegehren für gute Schulen" gestartet, das unter anderem auf die Rückkehr zum Regel-Abitur nach 13 Jahren abzielt.
"Fragt! Einen Eintrag ins Klassenbuch gibt es nicht", leitete Althusmann die Runde ein, um sogleich nach seiner Haltung zum Turbo-Abi befragt zu werden. Der Staatssekretär, im Juni dieses Jahres ins Amt gekommen und schon als Heister-Neumanns Nachfolger gesehen, betonte, aus seiner Sicht sei die Reform notwendig. Im europäischen Vergleich würden die deutschen Schüler spät in das Berufsleben einsteigen. Es gelte nachzuziehen, weshalb die Bundesländer das verkürzte Abitur bis spätestens 2015 einführen wollten. Die Beispiele Finnland oder Italien zeigten, dass die Hochschulreife nach zwölf Jahren machbar sei.
Als eine Lemwerderaner Gymnasiastin beklagte, die Umstellung sei schlecht organisiert und gleiche einem Durcheinander, gestand Althusmann ein, dass es "noch Umsetzungsschwierigkeiten" gebe. "Unsicherheiten bei den Lehrplänen" oder Kinder, die abends ein erhebliches Pensum an Hausaufgaben abzuarbeiten hätten - derartiges sei ihm bekannt und bewusst, sagte der Vater einer Achtklässlerin und eines Fünftklässlers. Doch irgendwann habe die Reform, die auch den Schülern dienen solle, nun einmal kommen müssen; sie lasse sich "nicht geräuschlos" machen.
Wie sich die Situation darstellt, wenn im Jahr 2011 die ersten "Turbo-Abiturienten" zusammen mit dem älteren Jahrgang auf den Ausbildungsmarkt drängen, wollte schließlich ein Schüler wissen. Althusmann versicherte, die Regierung in Hannover arbeite an einem nahtlosen Übergang für den doppelten Abi-Jahrgang. So sorge das Wissenschaftsministerium unter Lutz Stratmann (CDU) "mit Hochdruck" für eine ausreichende Zahl an Studienplätzen, eine adäquate Hochschulausbildung sei dem Doppeljahrgang sicher.
Die Qualität des niedersächsischen Abiturs wiederum, meinte der 43-jährige Althusmann, liege ohnehin über dem Bundesdurchschnitt: "Sie bekommen eine sehr gute Ausbildung", sagte er zur Klasse 10a. "Vor allem in Lemwerder", merkte Thomas Reinsch lächelnd an.

 

NWZ, 10. Dezember 2009

Schüler klagen über Lernstress
GYMNASIUM Staatssekretär diskutiert mit Klasse über Turbo-Abitur

VON ANJA BIEWALD

091210nwzAlthusmannLEMWERDER - Einmal einen Politiker in die Mangel nehmen: Diese Gelegenheit ließen sich am Mittwoch die Schüler der Klasse 10 a des Lemwerderaner Gymnasiums nicht entgehen. Sie brachten beim Besuch von Dr. Bernd Althusmann (CDU), Staatssekretär im niedersächsischen Kultusministerium, Kritik zum Turbo-Abitur nach zwölf Schuljahren an. Dabei wurde deutlich: Die Jugendlichen halten nicht viel davon, sie hätten ihre Prüfung lieber erst nach 13 Jahren abgelegt.
Gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Björn Thümler (CDU) hatten die Schulleiterin Marianne Weigel und ihr Stellvertreter Thomas Reinsch den Staatssekretär eingeladen, um sich ein Bild von der Arbeit in dem noch jungen Gymnasium zu machen.
Die Klasse 10a hatte im noch neuen Fachraum für Naturwissenschaften gerade Chemie bei Silke Oetker, als das Thema von Wasserstoffbrückenbindungen zur Bildungspolitik des Landes wechselte. Die Jugendlichen sind besorgt: Der Lernstress sei hoch, der Druck gestiegen und sie sind mit der Schule 2011 fertig, wenn zwei Abiturjahrgänge gleichzeitig – nämlich einer mit dem Abschluss nach 13 und einer nach 12 Jahren – auf den Arbeitsmarkt und in die Hochschulen drängen. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dieses Problem zu lösen“, sagte Althusmann. Die Zahl der Studienplätze sei bereits deutlich erhöht worden. „Ins kalte Wasser geworfen“ fühlten sich hingegen die Jungen und Mädchen mit der Einführung des Turbo-Abiturs. „Umsetzungsschwierigkeiten kann niemand bestreiten, die Übergangszeit ist problematisch“, räumte Althusmann ein: „Aber ich halte die Entscheidung für die Verkürzung der Schulzeit persönlich zutiefst für richtig.“ Das Abitur nach zwölf Jahren sei für ihn eine Frage der Organisation und der Struktur, der frühere Berufseinstieg wichtig. „Sie bekommen hier eine sehr gute Ausbildung. Gute Schule steht und fällt mit engagierten Lehrern, Eltern und Schülern.“

 

Presseberichte aus den Jahren 2005 bis 2007

Presseberichte aus den Jahren 2008 bis 2010

im Schuljahr 11/12 seit 16. August 2011

im Vergleich:
38.208 Besucher im Schuljahr 2008/09
60.512 Besucher im Schuljahr 2009/10
68.425 Besucher im Schuljahr 2010/11

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Gymnasium Lemwerder

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Stellvertretender Schulleiter: Thomas Reinsch

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